aus der Sendung vom Dienstag, 27.1.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Eigentlich sehen sie ganz putzig aus die Maulwürfe und Wühlmäuse. Doch für die meisten Hobbygärtner sind sie ein Gartenschreck, denn sie können erhebliche Schäden anrichten. Kleine Bäume, Gemüse und der Zierrasen fallen ihnen leicht zum Opfer.
Auch gegen andere Schädlinge, wie etwa die noch wenig bekannte Maulwurfsgrille, kann und muss man vorgehen, ohne gleich Gift zu benutzen. Wir geben Ihnen heute Tipps, wie sie diese ungebetenen Gartengäste abschrecken oder auch wieder los werden können.
Woran erkenne ich, welches Tier meine Pflanzen schädigt? Welche Fallen helfen gegen Wühlmäuse? Und was darf man gegen die unter Artenschutz stehenden Maulwürfe unternehmen? Diese und Ihre persönlichen Fragen beantwortet Hans Willi Konrad vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach.
Weitere Informationen:
Viele Gartenbesitzer wundern sich, dass ihre frisch im Herbst gepflanzten Obstbäume nicht angehen oder locker sind, das liegt fast immer an den Wühlmäusen. Sie halten keinen Winterschlaf, sind also auch jetzt in den kalten Monaten immer wieder auf neuer Nahrungssuche, gerade zum Ende des Winters, wenn die eigenen Vorräte knapper werden. Sie leben unterirdisch und fressen gerne frische saftige Triebe von Wurzeln von Bäumen und Gehölzen an. Und sie stürzen sich auch gerne auf die erstem im Frühjahr ausgepflanzten Zwiebel und Knollenpflanzen. Manch einer wartet dann vergebens auf die Blüten.
Maulwürfe stehen unter Naturschutz, das heißt, entweder man arrangiert sich mit den Hügeln oder man vergrämt sie. Man darf sie weder töten, noch fangen, man kann sie als Gartenbesitzer lediglich vertreiben. Am besten mit Gestank, zum Beispiel mit Holunderjauche.
Herstellung dieser Jauche:
Alle grünen Pflanzenteile mit Wasser ansetzen, dann in die Gänge unter den Hügeln aufgraben und einbringen. Die Maulwürfe verschwinden dann ganz schnell. Allerdings ist ganz wichtig, dass man ihnen eine Fluchtrichtung offen lässt, am besten zum Feld, Wald, Wiese hin und dort keinen Gestank einbringt. Sonst rennen sie im Kreis.
Den einen Maulwurf ist man dann erst mal los. Maulwürfe sind Einzelgänger und brauchen ein großes Revier (ca. ½ Sportplatz). Wenn so ein Platz (wieder) frei geworden ist, dann kommt auch gerne mal der nächste Artgenosse und lässt sich nieder.
Gegen Wühlmäuse helfen Drahtkörbe. Diese Drahtkörbe helfen gut, man muss sie allerdings tief genug und bis zur Bodenkante eingraben, damit die Wühlmäuse sich nicht dran vorbeigraben. Von oben kommen sie so gut wie nie, weil sie licht- und luftscheu sind. Es gibt die Körbe auch aus Kunststoff, aber die werden öfter mal durchgeknabbert.
Wühlmausschutz zum Selber machen:
Engmaschigen Hasendraht (10-12mm) ausschneiden (es muss darin noch Platz sein für Erde), dann zusammenbiegen, Ecken sicht machen und dann mit der Zwiebel in die Erde eingraben, auch hier wieder Kontakt mit der Erdoberfläche.
Schlagfallen gegen Wühlmäuse
Dazu muss man einen der Gänge (erkennt man an aufgewölbter Erde) aufgraben, den Köder am besten mit einer frischen Karotte bestücken, und wieder licht- und luftdicht verschließen. Um bessere Trefferquoten zu haben, sollte man vorher schauen, ob der Gang noch benutzt wird, also einfach mal ein Loch graben und ein paar Tage später schauen, ob es wieder zu gegraben wurde.
Wichtig dabei, Handschuhe anziehen, damit die Fallen nicht nach Mensch riechen, am besten deshalb vorher die Hände und Handschuhe mit Petersilie einreiben. Und keine Löcher hinterlassen, weil die licht- und luftscheuen Tiere sonst lieber einen anderen Gang nehmen.
Wenn man eine regelrechte Wühlmausplage hat, kann man auch käufliche Giftköder in den Gängen auslegen oder die Wühlmäuse ausgasen. Damit tötet man allerdings auch alle anderen Lebewesen.
Schnecken
Wenn es wärmer wird, kommen die ersten Schnecken aus ihren Verstecken heraus. Einfach ein paar Holzbretter im Garten auslegen, darunter verstecken sie sich dann gerne und man kann sie einfach absammeln. Auch in Frühbeeten oder im Gewächshaus kann man sie anködern; die Beete einebnen, einen Köder aus Küchenabfällen, Salaten oder Hundefutter anmischen, verteilen und dann auch wieder absammeln.
Letzte Änderung am: 20.01.2009, 18.22 Uhr