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Gesundheit Arthrose

aus der Sendung vom Mittwoch, 14.1.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Über zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden täglich an Gelenkschmerzen, die durch Arthrose verursacht sind. Ausgangspunkt jeder Arthrose ist ein Schaden im Knorpelüberzug, der sogenannte Knorpelschaden. Dieser kann ganz unterschiedliche Ursachen haben: Unfälle, Überlastungen, angeborene Fehlformen der Gelenke, Stoffwechselstörungen und vermutlich auch Ernährungsfehler können eine Rolle spielen.

Oft ist dieser Schaden zunächst nur auf eine kleine Fläche begrenzt und nur oberflächlich. Kurz darauf treten im Röntgenbild in den Knochenbezirken, die direkt unter dem erkrankten Knorpel liegen, erste Verdichtungen auf. Diese Veränderungen am Knochen sind ein entscheidendes Zeichen für das Frühstadium der Arthrose.

Um Arthrose handelt es sich nur, wenn ein Knorpelschaden mit Knochenveränderungen verbunden ist. Die Folgen der Arthrose sind vielen Betroffenen nur zu gut bekannt: Schmerzen, Entzündungsschübe, Verdickung und Verformung, beginnende Einsteifungen.

Was kann man tun bei Arthrose? Welche Therapien sind sinnvoll? Um Ihre Fragen kümmert sich unserer Experte Dr. Christian Steingässer.

Arthrose

Jeder Mensch erleidet mit zunehmendem Lebensalter eine Degeneration seiner Knorpeloberflächen. Diese altersabhängigen Knorpelveränderungen sind aber in der Regel nicht symptomatisch, es entstehen also keine Beschwerden oder Schmerzen.

Kommen aber biologische oder mechanische Schädigungen des Knorpels hinzu, dann kann ein Prozess in Gang gesetzt werden, der zu einer fortschreitenden Zerstörung des Gelenkknorpels mit begleitenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.

Der unter dem Knorpel liegende Knochen zeigt bei langsam fortschreitendem Verlauf Anpassungsreaktionen, z.B. Verdichtungen, die im Röntgenbild sichtbar werden.

Dies ist dann meistens der Zeitpunkt wenn von einer Arthrose des Gelenks gesprochen wird.  

Welche  Ursachen gibt es  für Arthrose?

Es gibt sicherlich Arthrosen, die alleine auf Störungen des Stoffwechsels und der biochemischen Umgebung der Knorpelzellen entstehen.

Die Knorpelzelle besitzt nur im Kindes- und Jugendlichenalter die Fähigkeit, sich zu teilen. Im Erwachsenenalter geht diese Fähigkeit verloren, und die Knorpelzelle wird  so alt wie der Mensch, der sie trägt.

Die Knorpelzelle ist nicht durchblutet und muss ihre Ernährung über die Gelenkflüssigkeit sicherstellen, die wiederum von der Gelenkschleimhaut produziert wird, die das Gelenk von innen auskleidet.

Die  Wahrscheinlichkeit, dass dieses sensible Gleichgewicht gestört werden kann, ist relativ hoch, dabei aber von Gelenk zu Gelenk unterschiedlich. So ist z.B. das Kniegelenk viel häufiger betroffen als das Sprunggelenk.

Viele dieser Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung der Zelle sind unbekannt und einige unter Umständen auch genetisch bedingt.

Es sind aber eine Reihe von mechanischen Faktoren bekannt, die das Entstehen einer Arthrose alleine oder in Kombination mit den eben erwähnten Störungen fördern.

Dazu gehören Fehlstellungen der Gelenke und der anschließenden Knochen, sei es angeboren oder erworben. Instabilitäten der Bänder, z.B ein Riss des Kreuzbandes, oder direkte Verletzungen des Knorpels durch Unfälle begünstigen ebenfalls das Entstehen einer Arthrose.

Einen wichtigen Faktor bei der Überbeanspruchung des Knorpels stellt sicher auch das Übergewicht dar.

Symptome:
– Schmerzen und Schwellung, zunächst nur bei Belastung, dann bei jeder Bewegung und schließlich in Ruhe
– Entzündungsschübe
– Verdickung und Verformung der Gelenke
– zunehmende Bewegungseinschränkung

Für jedes Gelenk und jedes Stadium sind das Ausmaß und die Ausprägung dieser Vorgänge  sehr verschieden.

Therapiemöglichkeiten:

An erster Stelle sollte die Beseitigung von Risikofaktoren (wie Übergewicht) stehen. Weiterhin sollten mechanische Ursachen, die zu einer zunehmenden Zerstörung des Knorpels führen, erkannt und wenn möglich therapiert werden. Hier sind an erster Stelle Fehlstellungen der Gelenke und Bandinstabilitäten zu nennen.

Medikamentöse Therapien werden hoffentlich eine zunehmende Rolle spielen können, bisher gibt es aber nur wenige, die einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten (wie z. B. die Hyaluronsäure).

Symptomatisch sind im aktiven Stadium der Arthrose Cortisonpräparate -meist in Kombination mit Lokalanästhetika, die direkt in das betroffene Gelenk gespritzt werden - sehr hilfreich.

Kältetherapie im akuten und Wärmetherapie im chronischen Stadium haben sich bewährt.

Ganz wichtig ist die Physiotherapie zur Erhaltung der Beweglichkeit des Gelenks.

Im fortgeschrittenen  Stadium steht glücklicherweise mit dem Gelenkersatz ein operatives Verfahren zur Verfügung, das  mittlerweile an vielen Gelenken mit großem Erfolg durchgeführt werden kann.

Den Zeitpunkt des Gelenkersatzes bestimmt der Patient in der Regel selbst, in der Regel dann, wenn die durch Schmerz und Bewegungseinschränkung bedingte Einschränkung der  Lebensqualität für ihn nicht mehr hinnehmbar ist.

Letzte Änderung am: 19.12.2008, 23.39 Uhr

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