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Gesundheit Sauna - so gelingt der Aufguss

aus der Sendung vom Montag, 12.1.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Winterwetter - Saunawetter! Je tiefer draußen das Thermometer fällt, desto größer wird die Lust auf einen Saunagang, und ein Aufguss bildet dann den Höhepunkt.

Dabei geht es nicht nur um eine tolle Show, sondern auch um die Gesundheit. Denn Aufgüsse mit ätherischen Ölen haben eine wohltuende Wirkung auf die Atemwege. Saunameister Hermann Zauner gibt Ihnen Tipps zum perfekten Aufguss, außerdem waren wir bei einem original finnischen Sauna-Ritual mit frischen Birkenzweigen zu Gast.

Informationen von unserem Experten:

Aufguss
Auf den mehrere hundert Grad Celsius heißen Steinen verdampft das Wasser und erhöht kurzzeitig die Luftfeuchtigkeit in der Sauna. Das Hitzeerlebnis wird schlagartig erhöht, die Poren öffnen sich, es gibt einen richtigen "Hitzekick". Die Finnen nennen das "Löyly", d.h. Gluthauch. Die Hitze steigt zunächst unter die Decke der Sauna, deshalb verwirbelt der Saunameister die Luft mit dem Handtuch, und verteilt sich gleichmäßig. Trotzdem sollten sich Saunaanfänger beim Aufguss nie ganz nach oben setzen, denn die Hitze kann dort fast unerträglich sein. Lieber unten bleiben, wo die Luft weniger heiß ist.
Der Schwitz-Effekt ist dadurch nicht größer, man hat nur den Eindruck, weil sich der Wasserdampf des Aufgusses auf der Haut niederschlägt, die ja kühler ist. Die Kondenswärme wird also an die Haut abgegeben, und das Schwitzen eher verhindert, der Kühlmechanismus des Körpers wird ausgehebelt. Deswegen sollten Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen einen Aufguss auch vermeiden.

Aufguss-Wirkung
Aufgüsse mit ätherischen Ölen haben eine wohltuende Wirkung auf die Atemwege. "Klassische" Düfte sind Nadelhölzer wie Fichte, Eukalyptus, Latschenkiefer, Zitrusdüfte, Menthol oder Minze. Die Düfte wirken entweder anregend oder beruhigend auf den Körper. Wichtig ist aber, dass die Sauna-Aufgusskonzentrate, das Qualitätszeichen "GEPRÜFTE QUALITÄT" des Deutschen Sauna-Bundes tragen, denn die Inhaltsstoffe müssen entweder natürlich oder naturidentisch sein. Synthetische Düfte stehen im Verdacht, ungesund zu sein. Davon muss man abraten.

Aufguss-Vorbereitung

Für den Aufguss einen hölzernen Kübel mit frischem Wasser und ein paar Tropfen Aufgusskonzentrat bereitstellen. Bei kleinen Saunen, wo nur wenige Schöpfkellen Aufguss benötigt werden, kann man das ätherische Öl auch tropfenweise einzeln auf den wassergefüllten Saunalöffel geben. Wichtig, erst mal frische Luft in die Sauna lassen und einige Minuten vorschwitzen. Dann erst mit dem Aufguss beginnen. Das Aufgusswasser wird dann mit einem hölzernen Saunalöffel portionsweise auf die Steine gegeben. Erst nachdem ein Drittel des Wassers aufgegossen ist, wird die Luft mit einem Handtuch verwirbelt.

Aufguss-Technik

Es gibt verschiedene Methoden: Einmal das Herumwirbeln mit dem Handtuch, wie mit einem Propeller, oder das Herunterschlagen der heißen Luft in Richtung Saunabesucher. Das Aufgießen und Wedeln wird drei mal hintereinander durchgeführt, danach sollte man noch ein bisschen nachschwitzen, und sich dann draußen abkühlen, z.B. mit frischer Luft und kaltem Wasser. Wichtig, während des Aufgusses möglichst nicht die Tür öffnen, oder rein- und rausgehen, da sonst die heiße Luft entweicht. Die Ausnahme ist natürlich, wenn sich jemand unwohl fühlt.
Für einen Aufguss muss immer ein Holzeimer verwendet werden, da Metall würde zu heiß wird, genau wie Schmuck, den man in die Sauna auch nicht mitnehmen soll. Solange er anliegt, spürt man ihn nicht, aber wenn man sich bewegt, dann ist er kochend heiß, nämlich 100 Grad.
In der russischen Banjasauna werden manchmal auch Spirituosen, wie Wodka oder Bier hinzugefügt. Das Bier erzeugt einen starken brotähnlichen Duft, doch wenn der Schaum auf die Steine kommt, riecht es verbrannt. Von Aufgüssen mit Alkohol ist überhaupt abzuraten, denn bei zu hoher Dosierung können Erbrechen oder Ohnmacht die Folgen sein. Außerdem kann sich der Alkohol entzünden, und eine richtige Feuerwalze auslösen.
Auf keinen Fall darf das Aromaöl direkt auf die heißen Steine gelangen, da es sonst Feuer fangen könnte.
Von einem Aufguss als krönendem Abschluss ist abzusehen, denn nach dem Aufguss ist der Körper total erhitzt, steckt also voller Energie, die er loswerden muss. Da muss zum Abschluss ein lauwarmes Fußbad sein. Erst dann öffnen sich die Gefäße wieder, der Körper wird die angestaute Hitze los. Wer die Zeit nicht hat, sollte lieber auf den zweiten Aufguss verzichten und sich entspannen.

Kinder in der Sauna
Man sollte darauf achten, dass die Kinder der Hitze nicht zu lange ausgesetzt sind. Weil die Hautoberfläche der Kinder im Vergleich zur Körpergröße sehr groß ist, nehmen Kinder Wärme schnell auf. Das gleich gilt auch fürs Abkühlen, Kinder kühlen sehr schnell aus. Eine Magdeburger Studie hat gezeigt, dass Kinder eine bessere Thermoregelung haben als Erwachsene.

Letzte Änderung am: 19.12.2008, 23.37 Uhr

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