aus der Sendung vom Dienstag, 2.12.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Wer die Wahl hat, hat die Qual – das gilt auch für Fußböden: Das Angebot in Fachgeschäften und Baumärkten ist riesig – von Holz, Laminat oder Kork über Linoleum und PVC bis hin zu Fliesen oder Steinböden.
Wie soll man sich bei so einer Auswahl für den "richtigen" Belag entscheiden? Im Trend sind seit einiger Zeit Linoleum und, ganz neu, der Betonfußboden. Sie sehen gut aus, aber mindestens genauso wichtig sind Kriterien wie Haltbarkeit, Pflege, Umwelt- oder Gesundheitsverträglichkeit.
Wir stellen wir Neuheiten bei glatten Beläge vor, damit Ihnen beim nächsten Renovieren die Entscheidung leichter fällt. Unsere Expertin ist die Innenarchitektin Monika Schäfers. Sie kennt die Trends, neue Beläge und auch die schon bekannten wie Holz und Linoleum, für die verschiedenen Wohnbereiche und wird alle Ihre Fragen beantworten.
Der momentane Trend sind Linoleum-Fußböden, und die nicht nur in grau oder beige. Es gibt sie in fast allen Farben und man kann sie vielfältig verlegen. Außerdem modern: Holzböden, bei denen durch verschiedene Oberflächenbehandlungen ganz unterschiedliche Optiken entstehen können. Bei beiden Bodenbelägen handelt es sich um Naturprodukte.
Auch Linoleum, das oft mit Kunststoff oder PVC-Belägen verwechselt wird, ist ein Material aus der Natur. Der Name „Linoleum“ kommt vom lateinischen Wort „oleum lini“ für Leinöl. Neben diesem sind Naturharz, Kalk, Holzmehl und Jute Bestandteile des Naturproduktes. Linoleum kann in fast allen Wohn- und Arbeitsbereichen gelegt werden, denn es ist schadstofffrei, antistatisch, angenehm trittelastisch und leicht zu reinigen. Ein weiterer Vorteil von Linoleum: es ist auch bei einer Fußbodenheizung geeignet.
Betonboden scheint auf den ersten Blick ein Belag für Keller oder Garage zu sein. Allerdings lässt er sich auch in der Wohnung verwenden: Schlicht, fugenlos und pflegeleicht, so kommen die neuen Böden auf Zementbasis daher. Es gibt sie in allen möglichen Farben. Egal welchen Bodenbelang man bisher hat – Teppich, Fliesen, PVC – darunter befindet sich meist Estrich. Auf Estrich ist ein neuer Betonboden kein Problem. Dieses Verfahren ist ab einer Schichtstärke von 5mm einsetzbar. Geeignet ist der Betonboden für alle Wohnräume und natürlich auch den Außenbereich; besonders schön wirkt er bei großen Flächen.
Durch seine geringe Aufbauhöhe und das geringe Flächengewicht sowie die sehr schnelle Trocknung eignet sich ein Zementboden ideal für Renovierungsarbeiten mit niedriger Aufbauhöhen.
Und die Arbeiten gehen schnell: Nach bereits acht Stunden sind die Böden begehbar, nach 24 Stunden können sie geschliffen werden und sind nach fünf Arbeitstagen sind sie nutzbar.
Von der Stabilität ist ein Betonboden so belastbar wie hochwertiges Parkett. Es ist möglich, nach eigenen Vorstellungen Farben zu wählen, Töne einzubinden, Schattierungen, Maserungen oder Effekte entstehen zu lassen.
Bei einem Linoleumboden können Schmutz und Feuchtigkeit einfach und gründlich mit Besen, Wischer oder Staubsauger entfernt werden.
Möglichst nebelfeucht gewischt und keine Wasserflecken dauerhaft auf dem Linoleum lassen. Das Putzwasser sollte nicht zu heiß sein und auch keine organische Lösemittel und Alkalien (wie z. B. Schmierseife) enthalten.
Linoleum sollte man auf keinen Fall wachsen: es gibt spezielle Pflegeprodukte, die rückfettend sind und nicht wie Wachs eine Schicht hinterlassen. Polieren ist nicht nötig, der Boden sieht in matter Optik am schönsten aus.
Holzfußböden werden grundsätzlich geölt, damit sich die Poren komplett füllen und das Holz gegen Feuchtigkeit geschützt ist. Darüber kann man eine Schicht Wachs auftragen, das muss aber nicht sein. Man kann auch Hartöl verwenden, das bereits Wachsanteile enthält.
Das kann man sich eigentlich nicht vorstellen, die beiden Materialien sind wasserempfindlich, was schließlich im Badezimmer nicht erwünscht ist. Doch lassen sich sowohl Holz als auch Linoleum auch im Bad verwenden.
Linoleum sollte am besten in einem Stück verlegt werden oder es muss vom Fachmann verschweißt oder verklebt werden, damit es wasserfest wird.
Holz ist entsprechend behandelt (gewachst) und kann somit Feuchte ganz gut ertragen. Allerdings ist das nichts für eine Familie mit Kindern, die schon mal das Bad unter Wasser setzten. Da kommt Holz an seine Grenzen – aber in einem Erwachsenenbad sieht es seht edel und wohnlich aus.
Alternativ kann man Holz mit Fliesen oder dem Betonboden kombinieren: also in den Bereichen um die Dusche oder die Wanne mit Fliesen arbeiten und in den trockeneren Zonen Holz verwenden – eine sehr attraktive Lösung.
Verbraucher-Zentrale (Hrsg.): Fußböden. Vom Naturstein bis zum Kunststoff, 111 Seiten, Preis: 5,11 Euro (für Selbstabholer – ansonsten: plus Versandkosten), telefonisch zu bestellen unter Tel.: 06131 / 284844 oder unter der E-Mail-Adresse: versand@verbraucherzentrale-rlp.de.
Letzte Änderung am: 21.11.2008, 23.24 Uhr