aus der Sendung vom Mittwoch, 19.11.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
In der kalten Jahreszeit tut eine Tasse Tee besonders gut. Doch nicht nur zum Aufwärmen ist das Getränk ideal - durch seine vielfältigen Wirkstoffe stärkt Tee auch das Immunsystem. Gerbstoffe beruhigen außerdem Magen und Darm und wirken antibakteriell.
Wer auf das Koffein im Schwarzen oder Grünen Tee lieber verzichten will, kann sich als Alternative auch ein heißes Getränk aus Brombeerblättern aufbrühen, und nach Belieben selbst aromatisieren. Die Biologin Brigitte Klemme aus der Eifel gibt bei uns Tipps zum gesunden Teegenuss. Außerdem wird ein Teeseminar vorgestellt, in dem die Teilnehmer lernen, wie man in Asien Tee genießt und dabei Stress abbauen kann.
Am bekanntesten ist der Tee aus Asien, also der schwarze oder grüne Tee, der aus der Teepflanze Camellia Sinensis gewonnen wird. Als anregendes Getränk ist der Tee erst seit dem 5./6.Jahrhundert bekannt, davor wurde er wahrscheinlich als Heilpflanze genutzt. Die Färbung ergibt sich durch den Herstellungsprozess: während für den grünen Tee die Blätter direkt (heiß) getrocknet werden, lässt man sie für den schwarzen Tee anwelken, nochmals anfeuchten und durch die blatteigenen Enzyme fermentieren, das heißt, es bilden sich schwärzliche Produkte (Phenole) und verschiedene Aromastoffe. Erst dann werden sie getrocknet. Schwarzer Tee enthält weniger Catechine (Gerbstoffe), die für die besondere Wirkung des Grüntee verantwortlich gemacht werden.
Kräutertee enthält kein Koffein. Streng genommen handelt es sich beim Kräutertee auch nicht um einen Tee, sondern einen Aufguss aus Pflanzenteilen. Und dabei unterscheidet man dann zusätzlich noch mal die Kategorie „Heiltee“. Tees aus Heilpflanzen wie Kamille oder Brennnesseltee, die eine bestimmte Wirkung auf den Körper haben, eignen sich auch nicht als tägliches Getränk, denn sonst gewöhnt sich der Körper daran, und reagiert im Krankheitsfall gar nicht mehr darauf.
Wer einen Tee ohne Koffein für den Alltag sucht, greift am besten zu einem Kräutertee oder einem Früchtetee, zum Beispiel aus Brombeerblättern. „Grünen“ Brombeerblättertee kann man selbst gut sammeln z.B. im eigenen Garten. Die Blätter trocknen sehr schnell bei Raumtemperatur. Brombeerblätter zu fermentieren ist schwieriger, denn der Ansatz kann leicht schimmeln. Man kann sie aber auch in der Apotheke kaufen und dann nach eigenem Geschmack verfeinern, z.B. mit Apfelschalen oder Feigen oder auch als Gewürztee im Winter mit Kardamon. Etwa ein bis zwei Teelöffel Brombeerblätter rechnet man pro Tasse. Dann mit heißen Wasser übergießen oder – ein ganz besonderer Tipp -mit heißem Apfelsaft oder Traubensaft. Je länger der Tee zieht, desto mehr Gerbstoffe und Bitterstoffe werden gelöst, wie beim echten Tee. Zu empfehlen sind 5 bis 10 Minuten.
Blatttee kann man länger ziehen lassen als Teebeuteltee. Die Blätter sollen beim Ziehen sich entfalten, schwimmen können, damit sich volles Aroma entwickelt. Enge Teeeier und Siebe sind nicht geeignet. Wichtig: Teebeutel enthalten im Allgemeinen „Teestaub“, d.h sehr fein geriebene Blätter. Die Qualität ist meist geringer als bei Blatttee. Teebeutel nicht ausdrücken, denn dadurch gelangen mehr Bitterstoffe in die Tasse! Empfehlenswert sind fertige, meist dreieckige Gaze-Teebeutel, die Blatttee enthalten.
Yogi-Tee ist im Grunde ein ganz normaler Gewürztee, der keinen schwarzen Tee enthält, und dem meist Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken und schwarzer Pfeffer beigemischt sind. Die Gewürze wirken anregend und antibakteriell, ideal im Winter. Fertiger Gewürztee ist meist aromatisiert. Man kann ihn selbst zusammenstellen, aber genauso gut kann man sich z.B. ganz schnell einen Ingwertee zubereiten: Einfach etwas Ingwer reiben, mit heißem Wasser überbrühen, mindestens 10 Minuten ziehen lassen. Mit etwas Zitronensaft abschmecken und nach Belieben mit Honig süßen.
Letzte Änderung am: 12.11.2008, 18.18 Uhr