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Gesundheit Gastritis

aus der Sendung vom Mittwoch, 5.11.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Fast jeder zweite Deutsche hat das schon erlebt: Schmerzen, Druckgefühl oder sonstige Beschwerden im Bereich des Magens oder Oberbauchs. Die Diagnose heißt oft "Gastritis" - eine Entzündung der Magenschleimhaut. Diese Schleimhaut soll den Magen eigentlich davor schützen, sich selbst zu verdauen. Ist sie entzündet, dann kann sie diesen Schutz oft nicht mehr leisten - ein Magengeschwür ist die mögliche Folge.

Noch bis in die 80er Jahre hinein hielt die Wissenschaft den Magen für steril und die Gastritis für ein chronisches Leiden, ausgelöst durch zuviel Stress. Die Entdeckung des Magenbakteriums Helicobacter pylori durch den Australier Barry Marshall brachte die Wende. Der Arzt bekam dafür 2005 den Nobelpreis, und bestimmte Magenprobleme lassen sich heute mit speziellen Antibiotika statt mit chirurgischem Besteck behandeln.

Aber wann ist eine Gastritis überhaupt chronisch? Bei welchen Beschwerden sollten Magenleidende den Arzt aufsuchen? Mit welchen Maßnahmen kann jeder den Verlauf einer solchen Krankheit selbst beeinflussen? Solche Fragen beantwortet unser Experte Marcel Schorrlepp. Außerdem geht es in der Sendung um die Magenspiegelung, eine Untersuchung, vor der niemand Angst haben muss.

Gastritis

Es gibt verschiedene Formen von Gastritis: die akute und die chronische Gastritis. Eine akute Entzündung der Magenschleimhaut kann beispielsweise durch übermäßigen Alkoholkonsum oder unverträgliches Essen entstehen – meistens gibt sich das innerhalb weniger Tage von selbst wieder, wenn man sich schonend ernährt. Eine chronische Gastritis dagegen liegt oft an einer Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter Pylori, in selteneren Fällen ist sie durch Chemikalien verursacht oder eine Autoimmunreaktion.

Dauern die Beschwerden länger an oder kommt die Gastritis immer wieder, sollte  man den Arzt aufsuchen.

Der Arzt wird in vielen Fällen eine Gastroskopie, also eine Magenspiegelung anordnen. Damit kann man sehen, wieweit die Magenschleimhaut geschädigt ist. Außerdem kann man bei der Prozedur Schleimhautproben entnehmen und so sehen, ob im Magen der  Erreger Helicobacter pylori vorhanden ist, der dann gezielt behandelt werden kann. Für den Helicobacter gibt es auch einen Atemtest, der in manchen Fällen die Magenspiegelung ersetzen kann. Behandelt wird er mit speziellen Antibiotika und Säureblockern.

Man muss davon ausgehen, dass das Bakterium durch Speisen oder durch Tröpfcheninfektionen über den Speichel übertragen wird. Allerdings gibt es viele Menschen, die mit dem Magenbakterium infiziert sind und keinerlei Probleme haben – eine Gastritis wird also nicht automatisch ausgelöst. Insgesamt tragen rund ein Viertel der Deutschen den Erreger in sich.

Vorbeugen kann man einer Gastritis, indem man überflüssige Säure (Zitrusfrüchte etc.) vermeidet, Stress meidet, möglichst nicht raucht und wenig Alkohol trinkt. Vorsicht ist bei Einnahme bestimmter Medikamente geboten, denn manche Schmerzmittel greifen die Magenschleimhaut an und können auch zu Entzündungen führen.

Letzte Änderung am: 27.09.2008, 00.02 Uhr

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