aus der Sendung vom Freitag, 19.9.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Früher waren Obst, Gemüse und selbst gemachte Konfitüren im Einmachglas ein vertrauter Anblick. Was schon fast vergessen war, erfreut sich jetzt wieder großer Beliebtheit – ob zum eigenen Genuss oder als kulinarisches Geschenk. Es gibt keine bessere Möglichkeit, den Sommer haltbar zu machen und leckere Vorräte anzulegen. Ob süß, aromatisch oder pikant: Einmachen heißt das Zauberwort.
Wie man Obst und Gemüse besonders schmackhaft einmachen kann und wie wichtig Sauberkeit für die Haltbarkeit von Marmeladen und konserviertem Gemüse ist, das zeigen in der Sendung. Sternekoch Peter Scharff aus Wartenberg-Rohrbach ist unser Experte zu diesem Thema. Er wird Ihre Fragen live im Studio beantworten.
Wer sich ans "Eingemachte" wagt, wird bald feststellen, dass Marmelade nicht gleich Konfitüre ist – ganz zu schweigen von Gelee. Je nach Zubereitungsart variiert auch die Bezeichnung des süßen Aufstrichs: Marmeladen bestehen nur aus Zitrusfrüchten und werden aus stark zerkleinerten oder pürierten Früchten hergestellt. Konfitüren hingegen enthalten größere bis hin zu ganzen Fruchtstücken jeglicher Art. Gelees werden aus dem Saft einer oder mehrerer Fruchtsorten hergestellt.
Egal, ob das Obst aus dem eigenem Garten oder vom Händler stammt: Qualität ist gefragt! Man sollte ausschließlich erntefrisches, reifes Obst ohne Druckstellen verwenden. Überreife Früchte sind wegen der Schimmelpilze ungeeignet, denn diese werden auch beim Abkochen nicht vollständig abgetötet. Großes Obst sollte klein geschnitten und Früchte mit harter Schale (Apfel, Birne, Quitte u.a.) geschält werden. Besonders aromatisch werden Beeren, wenn man sie leicht zermust.
Gelierzucker gibt es in verschiedenen Sorten. Deshalb empfiehlt sich immer ein genauer Blick auf das Etikett, besonders wenn man Zuckerkalorien einsparen will. Mit Gelierzucker 1:1 erhalten Konfitüren, Marmeladen und Gelees ein intensives Aroma und eine lange Haltbarkeit ohne Konservierungsstoffe. Hierbei wird für ein Kilogramm Früchte die gleiche Menge Gelierzucker nach Anleitung verarbeitet.
Für fruchtige Brotaufstriche wird Gelierzucker 2:1 verwendet, d.h., zwei Teile Frucht werden mit einem Teil Zucker verkocht. Durch den geringeren Zuckeranteil im Brotaufstrich reicht allerdings die konservierende Wirkung des Zuckers allein nicht aus. Gelierzucker 2:1 enthält deshalb den Konservierungsstoff Sorbinsäure.
Bei der Verwendung von Gelierzucker 3:1 (enthält ebenfalls Sorbinsäure als Konservierungsstoff) ist der Zuckeranteil im Brotaufstrich noch weiter reduziert. Dadurch erhöht sich der Fruchtgeschmack. Für 1,5 kg Früchte werden 0,5 kg Gelierzucker benötigt.
Wer Kalorien sparen will, kann Zucker durch Geliermittel, z.B. Pektin oder Agar-Agar, ersetzen. Das sind Naturstoffe, die im Handel erhältlich sind. So erhält man einen Fitness-Brotaufstrich mit vielen Früchten und wenig Zucker.
Ganz gleich ob Marmelade, Konfitüre oder Gelee – bei der Herstellung sollten Sie einige Grundregeln unbedingt beachten:
Letzte Änderung am: 10.09.2008, 02.17 Uhr