aus der Sendung vom Dienstag, 2.9.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Ein schöner Garten – das ist weit mehr als nur ein gepflegter Rasen mit ein paar Beeten rund herum.
Mit der Gestaltung verschiedener Gartenräume durch angelegte Sitzplätze, Wege, Mauern oder Hecken, Teiche und Pflanzenarrangements wird ein Garten erst spannend und bietet immer wieder neue Perspektiven und Bereiche zum Verweilen.
Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihren Garten abwechslungsreich strukturieren können, und das auch auf kleinem Raum. Wie plant man einen Garten neu anzulegen? Wie kann man in einem bestehenden Garten neue Räume schaffen? Worauf muss man dabei achten? Diese und Ihre persönlichen Fragen rund um die Gartengestaltung beantwortet unser Gartenexperte Rolf Paffrath.
Ein Garten, den man auf einen Blick überschauen kann, ist für den Betrachter langweilig. Erst durch die Gestaltung verschiedener Gartenräume, durch angelegte Strukturen wie Sitzplätze, Wege, Mauern oder Hecken, Teiche und Pflanzarrangements wird ein Garten spannend und abwechslungsreich. Nur so bietet er immer wieder andere Perspektiven und Bereiche zum Verweilen und lädt zum Erkunden ein. Dabei vertragen auch Gärten mit begrenztem Platz durchaus große Elemente, die diese oft erst richtig zur Geltung bringen. Oft lässt die symmetrische und klare Gestaltung kleine Flächen größer erscheinen.
Am Beginn der Gartengestaltung steht immer die Überlegung, welche Flächen mit welchen Funktionen man in seinem Garten haben möchte. Also: will man Rasen, wie viele Beete, Hütten, Lauben, einen Teich, befestigte Wege? Danach sollte man überlegen, wie sich diese Elemente am besten auf dem Grundstück verteilen lassen. Dafür kann man sich einen maßstabsgerechten Plan vom Garten machen (leicht zum Umrechnen ist zum Beispiel der Maßstab 1:100, also 1cm = 1m) und dann die einzelnen Bauwerke, Elemente, Hecken etc. auch in diesem Maßstab ausschneiden. Dann kann man sie beliebig hin- und herrücken, um zu sehen, wie sie am besten platziert sind.
Wer es lieber grün mag, der kann seinen Garten etwa dadurch spannend halten, dass er abgetrennte Bereiche schafft. Das geht mit Hecken, dichter Bepflanzung oder durch einzelne Bauwerke wie etwa einen Pavillon. Dahinter entstehen Räume, die man nicht sofort erblickt.
Wichtig sind dann noch die Sitzplätze an schönen Ecken, die zum Verweilen einladen. Die kann man zum Beispiel sichtgeschützt verstecken: ganze Sitzgruppen oder auch mal nur eine Bank; auch ein Teich oder Bachläufe können das ganze strukturieren. Allerdings kann man die nicht einfach so im Garten verteilen – es muss für die Augen ein bindendes Element geben, sonst wirkt die Gestaltung leicht chaotisch.
Das sind meist die Wege, die von einer Stelle zur nächsten führen. Wichtig: sie sollten nicht starr gerade sondern geschwungen sein, das lockert auf. Sie müssen auch nicht gepflastert oder betoniert sein; es geht auch mit Trittsteinen oder Markierungen. Die Wege brauchen unbedingt einen Anfang und ein Ende. Ein Weg, der im Nichts endet, irritiert nur. Es sollte entweder zum Teich, zu Sitzecken, Beeten, Gartenhäuschen oder zum Kompost führen. Den sollte man idealer Weise auch hinter einer Struktur verstecken.
Ein Garten wirkt dann besonders interessant, wenn er nicht nur zwei-, sondern dreidimensional angelegt ist, wenn sich also nicht alle Elemente auf einer Höhe befinden. Die Bäume und Beete sollten also in der Höhe variieren. Auch ein kleiner Hügel kann Spannung erzeugen. Wichtig für Teiche oder auch Beete sind die Gefälle im Garten. Dabei darf es möglichst nicht zu eng und nicht zu viel werden; auch Nachbarschaftsrechte (Pflanzabstände) müssen berücksichtigt werden. Bei Beeten oder Bäumen sollte man außerdem darauf achten, ob sie sich in sonnigen oder schattigen Regionen befinden, um zu wissen, welche Sorten man pflanzen kann.
Letzte Änderung am: 26.08.2008, 00.43 Uhr