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Garten Nützlinge im Garten

aus der Sendung vom Dienstag, 26.8.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Schluss mit Läusen an den Rosen, Schnecken im Salat und Würmer in Äpfeln und Birnen! Wie Sie die ungebetenen Gäste und Mitesser loswerden, das ist heute unser Thema in der Landesschau Rheinland-Pfalz. Dabei müssen sie noch nicht einmal etwas tun: lassen Sie lieber für sich arbeiten, rät unsere SWR-Gartenexpertin Heike Boomgaarden. Schaffen Sie einen guten Lebensraum für die natürlichen Feinde der Schädlinge. Dazu gehören beispielsweise Reisig- und Laubhaufen, die Igeln, Spitzmäusen und Eidechsen Schutz bieten. Gut geeignet sind auch Hartholzblöcke mit unterschiedlich großen Bohrlöchern, Schilfrohrbündel und Lochsteine. Diese Brutstätten für Wildbienen bieten auch Spinnen, Käfern, Ohrwürmern und Schlupfwespen einen Zuhause. Die Tierchen werden das Wohnungsangebot annehmen, sich im Garten niederlassen und für Sie die "Aufräumarbeit" erledigen.

Nützlinge

Nicht nur Igel und Vögel haben Schädlinge auf ihrem Speiseplan. Auch viele Insekten, wie zum Beispiel Marienkäfer, Ohrwürmer oder Florfliegen ernähren sich von Läusen und anderen Schadinsekten und helfen so, Ihre Pflanzen gesund zu erhalten. Will man diese Nützlinge anlocken, brauchen sie zunächst einen geeigneten Lebensraum, um sich im Garten anzusiedeln. Leider sind viele Gärten so aufgeräumt und sauber, dass sich kein Igel mehr darin verstecken kann und auch für die kleinsten Nützlinge kein Platz mehr ist um zu brüten.

Anreize für Nützlinge

Um die Ansiedlung von Nützlingen zu erleichtern, kann man zum Beispiel einfach mal Schnittholz liegen lassen. Das kann Lebensraum sein für Igel und Erdkröten, die sich von Schnecken ernähren. Auch Marienkäfer und Schlupfwespen, die Läuse auf ihrem Speiseplan haben, nehmen solche Holzhaufen als Lebensraum. Vögel (fressen Raupen und Insekten) können sich hier verstecken, manche sogar brüten.

Steinhaufen und Trockenmauern können gleichzeitig Gestaltungsmittel Ihres Gartens und Lebensraum für Nützlinge sein. Beim Bau sollten Sie darauf achten, dass sich einige Hohlräume und Spalten in der Mauer befinden, in denen sich Tiere ansiedeln können. Auch hier können sich dann Igel, Spitzmaus, Kröten, Molche und viele nützliche Insekten ansiedeln.

Hecken sind außerdem eine gute Möglichkeit, Nützlingen einen Lebensraum zu bieten. Viele Singvögel finden in Hecken Nahrung und Brutplätze. Sie schützen vor zu viel Wind und verhindern so eine zu starke Austrocknung des Bodens.

Nützlinge und Schädlinge

Schädlinge können sich – abhängig von Klima, Nahrungsangebot und Anwesenheit ihrer natürlichen Feinde – bei günstigen Bedingungen massenhaft vermehren. Nützlinge treten meist in einem 3-Jahres-Rhythmus auf.
Im ersten Jahr, wenn die Schädlinge sich massenhaft vermehren, ist das Futterangebot für Nützlinge überreichlich und sie vermehren sich ebenfalls schnell.

Im zweiten Jahr gibt es viele Nützlinge, die den Garten schädlingsfrei halten, aber deren Nahrung ist nicht so reichlich und sie vermehren sich entsprechend weniger.

Im dritten Jahr treten die Schädlinge wieder in größeren Mengen auf und der Rhythmus geht in einen neuen Zyklus.
So stehen Nützlinge und Schädlinge unter natürlichen Bedingungen abgesehen von leichten Schwankungen in einem bestimmten Gleichgewichts-Verhältnis zueinander. Nützlinge wirken regulierend und halten Schäden in erträglichen Grenzen.
Aufgrund der Räuber-Beute-Beziehung und ihrer Position in der Nahrungskette sind Nützlinge immer in geringerer Anzahl vorhanden als Schädlinge..

Letzte Änderung am: 19.08.2008, 00.46 Uhr

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