aus der Sendung vom Dienstag, 12.8.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
In den Sommermonaten ist der Gartenbesitzer hauptsächlich mit Gießen, Ernten und Pflücken beschäftigt – und natürlich auch mit dem Genießen. Da werden Gartenfeste gefeiert und Grillabende veranstaltet oder einfach mal die Blumenpracht genossen.
Damit es auch in den nächsten Wochen und im nächsten Jahr im Garten schön bleibt, müssen Sie aber einige Dinge anpacken. Welche Arbeiten im August und September anstehen, erklärt Ihnen Gartenexperte Hans Willi Konrad.
Immer wichtig im Garten, aber vor allem jetzt im August: das richtige Wässern der Pflanzen. Dabei gilt es einige Dinge zu beachten. Gießen sollte man auf jeden Fall vor zehn Uhr morgens, am besten zwischen sechs und sieben Uhr. Außerdem ist es wichtig, nicht „querbeet“ das Wasser zu verteilen, sondern gezielt die einzelnen Pflanzen zu wässern. Nach dem leichten Angießen lässt man der Erde am besten ein bisschen Zeit, um das Wasser aufzusaugen, und gießt erst dann richtig.
Der reichliche Einsatz der Harke kann helfen, Wasser zu sparen: Das flache Hacken bricht die Bodenkruste und das Wasser kann besser abfließen. Außerdem kann man so natürlich gegen Unkraut vorbeugen.
Im August stehen ansonsten vor allem der Sommerschnitt von Steinobst und letzte Neupflanzungen von Erdbeeren an. Und auch die Johannis- und Stachelbeersträucher sollten ausgelichtet werden. Dabei wird das älteste Holz entfernt. Bei den Himbeeren sind es die abgetragenen Ruten, die jetzt raus müssen. Der August ist auch günstig um Erdbeeren zu pflanzen, die dann im nächsten Jahr Früchte tragen.
Gegen Schädlinge ist jetzt durchaus eine Spritzung gegen Schorf, Spinnmilben und den Pflaumenwickler angebracht. Gegen die Monilia-, Zweig-, und Spitzendürre der Kirsche hilft ein kräftiger Rückschnitt.
Bei der Obsternte im September ist vor allem auf den genauen Termin der Pflückreife zu achten. Wenn einzelne gesunde Früchte abfallen, ist das ein sicheres Zeichen für den Erntebeginn. Fallobst sollte man übrigens nicht liegen lassen – einerseits, weil es Verschwendung wäre, anderseits, um zu verhindern, dass die Larven von Maden auskriechen und sich im Boden verpuppen. So spart man sich den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
Außerdem sollten die bis Ende September abgeernteten Obstbäume noch im selben Monat ausgelichtet werden. Auch die Erdbeerbeete sollten gesäubert werden. Die Bedeckung des Bodens zwischen den Erdbeerreihen mit trockenem Rasenschnitt, Kompost oder Stroh unterbindet Unkrautwuchs und fördert die Entwicklung der Erdbeeren.
Beim Gemüse können jetzt einige der abgeernteten Flächen erneut bestellt werden. Feldsalat und Spinat z.B. bringen noch bis zum Jahresende gute Ernten – allerdings sollte das jetzt schnell in Angriff genommen werden. Auch beim Grünkohl wird es zeitlich eng und auch beim Mangold kann man noch aussäen; er bringt dann im Frühjahr eine Ernte.
Es können jetzt auch noch Endivien, Zuckerhut und winterharter Radicchio gepflanzt werden.
Die im Juli oder früher gepflanzten Kohlarten erhalten Mitte des Monats die letzte Stickstoffdüngung. Für den Winterwirsing ist der letzte Saattermin der 20 August. Ist der Platz im Gemüsegarten knapp, zieht man die Jungpflanzen in Töpfen vor. Ab Anfang Oktober, wenn die Fruchtgemüse ihren Platz räumen, können die Setzlinge an ihren endgültigen Platz. Und generell gilt, dass im August alle Kohlarten, Gurken und Tomaten reichlich und gleichmäßig gewässert werden sollten.
Bei Tomatenpflanzen muss man unbedingt auf die Kraut- und Braunfäule achten. Das beste Mittel dagegen: Die Tomaten luftig halten. Wenn man die Tomaten mit Plastik abdeckt, dann nach dem Regen sofort weg mit der Folie, sonst droht die Fäule. Auch im Gewächshaus ist die erste Regel: richtig lüften. Im August kann es schon vorkommen, dass auf 30 Grad am Tag 20 Grad in der Nacht folgen. Da sammelt sich im Gewächshaus jede Menge Schwitzwasser. Um die Pflanzen trocken zu halten, muss richtig und ausgiebig gelüftet werden. Ganz Ähnliches gilt auch für die Gurken: Wenn sie nicht richtig getrocknet werden, dann droht der falsche Mehltau. Und dann ist es schnell vorbei mit der Pracht.
Beim Kompost kommt es vor allem auf die richtige Menge an: nicht zu viel und nicht zu wenig. Man sollte pro Quadratmeter ungefähr drei bis fünf Liter einsetzen.
Letzte Änderung am: 31.07.2008, 15.51 Uhr