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Garten Teichpflege im Sommer

aus der Sendung vom Dienstag, 5.8.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Wasser ist ein beliebter Mittelpunkt in jedem Garten. Es wirkt beruhigend und lädt ein zum Verweilen. Gartenteiche bieten Naturbeobachtungen und Erholung vom Alltagsstress. Wenn aber der Wasserspiegel bei heißen Temperaturen sinkt und das Wasser anfängt zu stinken, ist Schluss mit der Idylle - dann muss dringend was unternommen werden.

Teiche sind geschlossene Ökosysteme und müssen im Prinzip wenig gepflegt werden. Das Teichwasser ist oft durch Umwelteinflüsse belastet. Der Bodengrund enthält zu viele oder zu wenige Nährstoffe und der Fischbesatz ist oft dichter als in der freien Natur. Entscheidend bei der Teichpflege ist also nicht die Frage, ob Sie pflegen, sondern wie sie pflegen. Grundsätzlich gilt es, alle Maßnahmen auf das Wesentliche zu beschränken. Nur wer das beherzigt, kann oder sollte in den ökologischen Prozess eingreifen.

Fische

Mit dem Einsatz von Fischen beginnen oftmals erst die Probleme. Während sich bei einem Teich ohne Fische relativ rasch der Zustand eines biologischen Gleichgewichts, der sich durch reichhaltiges Pflanzenwachstum und klares Wasser ausweist, einstellt, bedarf es bei Teichen mit Fischbesatz zusätzlicher Anstrengungen, um diesen Zustand zu erreichen.

Fische lassen sich nur in Teiche einsetzen, die mindestens 80 cm, besser 100 bis 120 cm tief sind. Und es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen Teichgröße und Fischbestand, die Faustzahl besagt:

Pro Kubikmeter Wasser lässt sich 1 Fisch von 10 cm Länge einsetzen.

Fehler werden oft bei der Fisch-Fütterung gemacht: Je nach Fischart darf niemals bei Wassertemperaturen unter 10 bis 12 Grad Celsius gefüttert werden. Im Allgemeinen sollte man nur so viel geben, wie die Fische binnen zwei Minuten auffressen können. Ein Teil des Teiches sollte beschattet sein, denn gerade im Sommer heizt sich das Wasser sehr schnell auf.

Algen

Viele Teichbesitzer sind erschrocken, wenn ihr Gartenteich plötzlich trüb wird. Oft ist dafür ein übermäßiges Algenwachstum verantwortlich. Begünstigt wird dies durch eine Nährstoffanreicherung des Teiches, die bei der Zersetzung von organischem Material – wie etwa Pflanzen, Tieren, möglicherweise Futtermaterial, Kot – entsteht. Dazu könnte es sein, dass nährstoffreiches Oberflächenwasser aus dem Gartengelände oder übers Dach abgeleitetes Regenwasser den Algen eine weitere optimale Lebensgrundlage bietet. Ebenso fördert die Sonne diese Prozesse. Unter Umständen können auch zu viele Fische für die Trübung des Teiches sorgen. Auf der Suche nach Nahrung wühlen sie immer wieder Trübteilchen aus dem Bodensatz auf.

Pflege-Tipps

Folgende Maßnahmen helfen, das stehende Gewässer zukünftig klarer zu halten:

1. Der Teich muss regelmäßig im Herbst oder Frühjahr vorsichtig ausgeräumt werden. Das bedeutet: Ein Teil des Teichbodens wird entfernt und stark wachsende Pflanzen entsprechend eingekürzt. Dies ist einfach, wenn die Pflanzen in Kunststoffkörben stehen, die aus dem Gewässer herausgezogen werden können. Diese Methode verhindert gleichzeitig, dass zu viel nährstoffhaltige Erde in den Teich gelangt.

2. Bei der Neupflanzungen sollten Sie auf spezielle Wasserpflanzenerde zurückgreifen, die so zusammengesetzt ist, dass Nährstoffe nur den Pflanzen zur Verfügung stehen, nicht aber ins Wasser ausgewaschen werden.

3. Vorhandene Algenwatte lässt sich mit einem Käscher vorsichtig entfernen, um die weitere Zersetzung und dadurch weiteren Nährstoffeintrag zu verhindern.

Zur Beschattung des Teiches eignen sich Pflanzen mit Schwimmblättern, wie Seerose,  Seekanne und Froschbiss. Pflanzen, die unter der Wasseroberfläche wachsen, wie Wasserschlauch und Wasserpest, wirken reinigend auf das Wasser.

4. Wasserflöhe, die jedoch nur im Teich überleben, in dem keine Fische vorhanden sind, halten die Algenplage im Gartenteich ebenfalls klein.

Pumpen und Filter

Es empfiehlt sich, jeden Teich, der einen nennenswerten Besatz an Fischen aufweist, mit einem Filter auszurüsten, der im Idealfall etwa ein Zehntel des Teichvolumens fasst. Nur so wird auf Dauer gewährleistet, dass Schwebstoffe weitgehend entfernt, schädliche Ammoniak-Ausscheidungen der Fische völlig abgebaut werden und sich die Wasserqualität im neutralen Bereich einpendelt, denn nur sauberes Wasser ist ein Lebenselixier für Fische.

Generalreinigung

Relativ unabhängig von der laufenden Teichpflege sind Gartenteiche etwa alle 5-7 Jahre einer Generalreinigung zu unterziehen. Dabei geht es vor allem um die Entfernung des Mulches, der sich am Teichgrund angesammelt hat. Die optimale Zeit für den Wasseraustausch liegt entweder im April oder im Oktober, denn während der Vegetationszeit sollte diese Maßnahme nicht stattfinden.

Letzte Änderung am: 25.07.2008, 11.21 Uhr

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