aus der Sendung vom Mittwoch, 30.7.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Es ist Hochsommer und die Tage erreichen oft ihre 30 Grad. Wie reagiert unserer Organismus darauf?
Der Körper stellt bei großer Hitze die Gefäße in der Haut weit und produziert mehr Schweiß. Verdunstet der Schweiß auf der Hautoberfläche, kühlt das die Haut und hilft, die Körpertemperatur trotz Hitze konstant zu halten.
Unter extremen Bedingungen, vor allem bei schwülheißem Wetter, kann dieses Kühlsystem jedoch überlastet sein und es kommt zu gesundheitlichen Problemen. Worauf sollten wir im Sommer achten? Fragen dazu beantwortet Ihnen unserer Experte Prof. Bernd Krönig.
Hitzeerkrankungen treten dann auf, wenn die Hitze länger andauert und unser Körper die Wärme nicht mehr ausreichend abgeben kann oder bei körperlicher Anstrengung zuviel Flüssigkeit und Elektrolyte verloren gehen. Es kann zu einer Hitzeerschöpfung oder zu einem Hitzschlag kommen.
Der Organismus kann in Folge der hohen Außentemperaturen die aufgenommene Wärme nicht mehr in ausreichender Menge abgeben. Zusätzliche körperliche Aktivitäten bei hohen Temperaturen führen schnell zu einem Flüssigkeitsmangel und dem Verlust von Elektrolyten. Werden nicht rechtzeitig Mineralien und Wasser zugeführt, droht eine Hitze-Erschöpfung. Die Anzeichen sind kalter Schweiß, Blässe und ein allgemeines Schwächegefühl. Die Betroffenen frösteln und haben einen schnellen, aber schwachen Puls bei normaler Körpertemperatur. Werden nicht rechtzeitig Gegenmaßnahmen unternommen, kann es zum Kreislaufversagen und Schock kommen.
Wichtig ist es, den Betroffenen flach im Schatten zu lagern, ihm reichlich Mineralwasser oder Fruchtschorle zu geben und eventuell beengende Kleidung zu öffnen.
Bei einer Überhitzung des gesamten Körpers kommt es zu einem Wärmestau. Diese Gefahr ist bei schwülem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit besonders groß.
Die Anzeichen sind ein hochroter Kopf, heiße trockene Haut und ein stumpfer Gesichtsausdruck. Die Körpertemperatur ist durch die Überwärmung erhöht.
Der Hitzeschlag kann auch zu einer Ohnmacht führen. Deshalb muss bei einem Hitzeschlag immer der Notarzt gerufen werden.
Feuchte Tücher auf Stirn und Nacken bringen erste Erleichterung. Eine andere Möglichkeit ist es, den Körper mit Eiswürfeln einzureiben. Bei Bewusstlosigkeit den Betroffenen sofort in die stabile Seitenlage bringen.
- Viel Trinken (Wasser, Saftschorle). Normalerweise brauchen wir etwa 2 Liter Flüssigkeit pro Tag; an heißen Tagen können es aber durchaus 3-4 Liter sein.
- Leichte Speisen essen. Schwer verdauliche, fettreiche oder üppige Mahlzeiten liegen schwer im Magen und belasten den Kreislauf zusätzlich. Deshalb lieber Salat oder Obst essen.
- Luftige Kleidung tragen. Für den Sommer empfiehlt sich helle, luftige Kleidung aus Naturfasern. Dadurch lässt sich ein Hitzestau im Körper vermeiden. Bei direkter Sonneneinstrahlung sollten vor allem Kinder eine Kopfbedeckung tragen.
- Überanstrengungen vermeiden. Den Kreislauf nicht durch schwere körperliche Arbeit oder Sport noch zusätzlich belasten. Jede körperliche Anstrengung erhöht den Energieumsatz und damit die Körperwärme, die der Körper an die Umgebung abgeben muss. Besser ist es, Sport in den frühen Morgenstunden oder am Abend zu betreiben.
- Tagsüber die Hitze aussperren. Am besten morgens und abends die Wohnung gut durchlüften und tagsüber Rollläden und Jalousien schließen.
- Alkohol meiden. Nach Alkoholgenuss werden die Gefäße im Körper zusätzlich noch weiter gestellt als sie ohnehin schon sind, das heißt dem Kreislauf steht noch weniger Blut zur Verfügung. Zusätzlich wird die Flüssigkeitsausscheidung über die Niere angeregt - der Körper verliert noch mehr Flüssigkeit und Mineralstoffe.
Letzte Änderung am: 18.07.2008, 23.33 Uhr