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Garten Deko im Garten

aus der Sendung vom Dienstag, 29.7.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Schon seit einiger Zeit entdecken die Deutschen ihr Herz für die bunte Pracht gestalteter Gärten. Rund 5 Milliarden Euro geben sie im Jahr für die Gestaltung ihrer Grünflächen aus.

Heute hat der Garten nicht mehr die Notwendigkeit der Nahrungssicherung, er ist vielmehr die Gestaltung des persönlichen Freiraums. Für die Philosophen sind Gärten Spiegel der Seele; für uns heute ist der Garten Lebensraum, und als solcher liegt er voll im Trend.

Zu einem bewusst gestalteten Garten gehört auch nicht-pflanzliche Dekoration. Dass sie stilistisch zum Garten passen soll, versteht sich dann fast von selbst. Die passende Dekoration kann dann die Schönheit des Gartens noch unterstreichen. Aber: Wie viel Deko verträgt ein Garten? Woher weiß ich, welche Deko zu meinem Garten passt? Diese und andere Fragen beantworten wir heute im Service der Landesschau Rheinland-Pfalz.

Unser Garten auf der Landesgartenschau steht unter dem Motto Flower Power, dazu passend stehen die Stil-Blumen auf dem Pavillon-Dach und entsprechend fröhlich-bunt sind auch unsere Beete bepflanzt. Gartenexpertin Heike Boomgaarden hat sich passend dazu eine fröhliche Dekoration für die Beete einfallen lassen, die sie Ihnen vorstellt.

Es gibt viele verschiedene Varianten, in denen man seinen Garten schmücken kann. Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Stilrichtungen:

Mediterraner Stil / Toskana-Stil / Provence-Stil:

Warme Farben wie Sonnengelb, Orange, Rot und Terrakotta-Töne dominieren. Exotische Kübelpflanzen wie Olivenbäumchen, Zirrusbäumchen, Agaven, Oleander und Zypressen schmücken den Garten, die Beete und Rabatten sind mit üppigen, leuchtend bunten Blühpflanzen bestückt, dazu kommen Trockenmauern und Kräuterbeete. Rankgitter oder Pergolen mit echtem oder wildem Wein berankt geben südliches Flair. Wasser gehört in diesem Garten unbedingt dazu. Die Pflanzgefäße sollten aus Terrakotta oder wenigstens in diesem Farbtonsein. Als Accessoires passen Statuen, Amphoren, Springbrunnen, Wasserspiele oder Sonnenuhren.

Japanischer Stil / Chinesischer Stil:

Gemeinsam ist beiden, dass sie eine Landschaft im Kleinen nachbilden. Wasserspiele sind okay, ansonsten sind Accessoires spärlich einzusetzen. Was im asiatischen Garten wie Deko aussieht ist in der Regel mit symbolischer Bedeutung behaftet.

Bauerngarten-Stil:

Der Bauerngarten hat seine Wurzeln in den Klostergärten des Mittelalters. Meist war er ein abgezäuntes Stück Ackerland überschaubarer Größe in einiger Entfernung vom Haus. Entsprechend ist er angelegt. Gerade, funktionale Wege mit einem Kreuzgang oder mehreren Unterteilungen – die Beete sind mit Buchs oder anderen kleinwüchsigen Pflanzen begrenzt. Zier- und Nutzpflanzen gehen hier Hand in Hand. Deko passt hier eher dezent – sehr verspielte Elemente, Beton, Kunststoff, Edelstahl sind fehl am Platz. Passend sind Materialien wie Holz, Stein oder Eisen – auch rostig.

Barock-Stil / Formaler Stil / Geometrischer Stil:

Barockgärten und moderne Formale Gärten ähneln sich sehr. Sie sind häufig geometrisch angelegt und haben eine klare Aufteilung, in Form geschnittene Hecken und Gehölze. Hier können Deko-Elemente einen schönen Kontrast bilden und auch mal etwas verspielter sein – eben barock – aber bitte passend. Moderne Materialien und Formen eigenen sich hier ebenfalls gut, Vorsicht ist eher bei naturhaften Materialien angebracht.

Landhaus-Stil / Country-Stil:

Der Landhaus-Garten ist ein Erholungsgarten der heutigen Zeit. Er dient nicht mehr der Selbstversorgung; Nutzpflanzen können, müssen aber nicht sein. Vor allem soll es üppig blühen, für die Anlage gibt es keine besonderen Regeln. Wichtig ist lediglich, dass es Aufenthaltsräume für die unterschiedlichen Bedürfnisse – Spielen, Ausruhen, etc. gibt. An Deko und Mobiliar passt hier eher Naturhaftes wie Holz, Eisen, aber es kann auch mal ein Engelskopf oder modernes Flecht-Mobiliar sein. Während der Landhaus-Garten an das Haus anschließt, ist der Country-Garten eher ein Garten außerhalb, er bezieht – ähnlich dem Englischen Landschaftsgarten – die Umgebung optisch mit ein. Ansonsten gelten auch hier außer Romantik und Sehnsucht nach dem Ländlichen keine besonderen Regeln.

Cottage-Stil:

Anders als der Bauerngarten ist der Cottage-Garten ein kleiner Garten am bzw. meist vor dem Haus, also der Vorgarten, der früher auch ein Nutzgarten war. Auch hier sind Wege funktional geradlinig angelegt, die Beete sind jedoch nicht von Buchs oder ähnlichem umsäumt. Der Cottage-Garten ist ein fröhliches Durcheinander verschiedener Pflanzen (heute viel mehr Zier- als Nutzstauden), die Blumen dürfen sich selbst aussäen. Sein Kennzeichen ist Üppigkeit, entsprechend kann auch die Deko diese Fülle widerspiegeln.

Englischer Garten:

Eher ein Park, den muss man erst mal haben. Auch er versucht, die Natur nachzubilden und bindet die umgebende Landschaft mit ins Bild ein. Die freie Form ist Maßgabe. Ist weniger auf besonders viele Blühpflanzen angelegt, hat Rasenflächen, Büsche, Bäume – Kennzeichen weitläufig und großzügig. Für eine solche Gartenanlage muss schon auch die Deko stattlich daher kommen. Für verspielten Nippes ist im Englischen Landschaftsgarten kein Platz.

Letzte Änderung am: 18.07.2008, 23.28 Uhr

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