aus der Sendung vom Dienstag, 22.7.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Der Sommer ist die ideale Zeit um mit den Haustieren im Garten oder draußen in der freien Natur herum zu streunen. Doch die Freude ist nicht ungetrübt. Parasiten und Hautkrankheiten machen gerade vielen Tieren zu schaffen.
Nicht nur ein Problem für Hund, Katze und Co. Zecken, Milben und Flöhe können schließlich von Tieren auch auf den Menschen überspringen und sie peinigen.
Was man tun kann, um sich selber und seine vierbeinigen Freunde optimal zu schützen, erfahren Sie von unserer Expertin, Mainzer Tierärztin Dr. Gabriele von Gaertner.
Im Moment klagen viele Tierbesitzer über Zecken und Herbstgrasmilben, die beide als typische Sommerparasiten bezeichnet werden können. Flöhe haben sich eher zu Alljahreszeiten-Parasiten entwickelt. Auch Zecken nehmen immer mehr Raum im Jahr ein, aber es gibt schon noch eine Zeit der Winterruhe. Würmer sind oft im Sommer auch ein größeres Problem, weil sich Haustiere viel mehr draußen aufhalten und mehr Kontakt zu Artgenossen haben. Erstes Anzeichen, dass ein Haustier von einem Parasiten befallen ist, ist meistens das Jucken der betroffenen Körperstelle. Besonders gefährdet sind, wie bei allen Erkrankungen, bereits geschwächte Tiere.
Besondere Vorsicht ist bei Zecken geboten, denn sie können sowohl auf den Menschen als auch auf Haustiere unterschiedliche Krankheiten übertragen, die gefährlich und sogar tödlich werden können. Menschen bekommen Borreliose oder FSME, bei Hunden tritt neben Babesiose auch Anaplasmose auf, in südlichen Gegenden zusätzlich Ehrlichiose. Katzen sind fast vollständig gegen all dies Erkrankungen gefeit – nur ganz selten kann FSME auftreten.
Wenn ein Tier von Zecken befallen ist, sollte man sie möglichst schnell entfernen, weil dann das Infektionsrisiko am geringsten ist. Auf jeden Fall sollte man zum Tierarzt gehen, wenn das Tier schlapp ist, Fieber hat oder wechselnde Lahmheiten zeigt.
Nur gegen Borreliose gibt es für Tiere eine Impfung, die allerdings auch nur bedingt zu empfehlen ist – man sollte sich auf jeden Fall zuvor eingehend vom Tierarzt beraten lassen. Es gibt aber eine breite Palette von Antiparasitika, die auch gut gegen Zecken schützen. Mücken- und Zeckenschutzmittel, die für Menschen entwickelt wurden, sollte man nicht benutzen – hier sind die „hundeeigenen“ Mittel deutlich wirksamer.
Alle Antizeckenmittel helfen auch gegen Flöhe. Allerdings muss bei Flohbefall zusätzlich unbedingt die Umgebung mitbehandelt werden, sonst wird man die Plagegeister nicht mehr so schnell los und kann auch als Mensch zum Opfer werden.
Die sogenannten Herbstgrasmilben lauern im ungemähten Gras und auf Obstbäumen und befallen von dort aus Mensch und Tiere. Es entsteht eine hochjuckende Quaddel an der Bissstelle dieser Insekten. Zusätzlich haben einige Tiere – hier vor allem die Katzen – Allergien auf diese Stiche und leiden so sehr, dass manche von Ihnen während einiger Wochen im Haus bleiben müssen.
Immer mehr Menschen nehmen ihre Haustiere gerne mit in den Urlaub. Dabei sollte man sich auf jeden Fall vom Tierarzt beraten lassen, welche Gefahren auf das Tier zukommen können. In südlichen Ländern gibt es z.B. noch die Leishmaniose, die durch in Deutschland nicht lebende Sandmücken übertragen wird, oder auch Dirofilarien, also die sogenannten Herzwürmer.
Wenn jemand anders herum ein Tier aus dem Urlaub mitbringt, z.B. einen Hund von der Mallorca-Reise, besteht die Gefahr, dass neue Parasiten eingeschleppt werden. Wir haben z.B. durch die Hunde aus den südlichen Ländern den Giardienbefall zu uns geholt. Giardien sind Einzeller, die den Darm besiedeln und Durchfälle hervorrufen.
Letzte Änderung am: 17.07.2008, 18.21 Uhr