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SENDETERMIN Mo, 27.10.2008 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Träg

Ein Ortsporträt von Harald Hort

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Noch vor gar nicht langer Zeit war Träg nur ein Flurname. Ein Dutzend Häuser standen hier, die zum Teil nach Welschbillig gehörten, zum Teil nach Möhn, dem Nachbarort in der anderen Richtung. So mussten die Bewohner auch zur Wahl. Je nach Straßenseite. Das änderte ich erst 1999. Seit dem gibt es den Ortsbezirk Träg in der Gemeinde Welschbillig.

Bis dahin fühlte sich niemand so recht zuständig für die "Träger". Das machte sich vor allem in der Infrastruktur bemerkbar: Es dauerte bis in die 50er Jahre, bis Strom in die wenigen Häuer kam. Bis 1962 mussten die Menschen das Wasser vom Brunnen holen. Dann erst wurde eine Wasserleitung hierher gelegt. Es gab keine Straßennamen. Die Häuser wurden nach einem undurchschaubaren System durchnumeriert.

Jetzt wird alles besser: Träg erhält endlich eine Kanalisation. Bei der Gelegenheit werden nicht nur die Straßen neu befestigt, sie erhalten auch richtige Namen und Straßenschilder. Der letzte Schritt vom Flurnamen zum gleichberechtigten Ortsteil wird vollzogen. Auch wenn Träg wegen der Bauarbeiten zur Zeit "auf dem Kopf steht" – die Träger haben sich mit den Straßenarbeitern angefreundet und versorgen sie gut. Der Heimatverein gibt regelmäßig ein Fest für sie.

Seit die Lieferung von Wasser und Elektrizität gewährleistet ist, hat sich in bescheidenem Maße Gewerbe angesiedelt: Es gibt einen Keltereibetrieb, der das Obst, das reichlich in und um den Ort wächst, zu Saft und Viez (dem Träger Leibgetränk) presst. Ein weiteres Unternehmen hat sich der Werbung und dem Design verschrieben. Ein Jugendgästehaus gibt jungen Touristen und Gruppen Obdach in Träg.


Träg


Gemeinde Welschbillig

Gemeindehaus
und Kultur- und Marktscheune
Burgstraße 1
54298 Welschbillig

www.welschbillig.de
Daten & Fakten
Einwohnerzahl:140 (Stand: August 2008)
Gemeindeart:Wohngemeinde, Ortsteil von Welschbillig
Geschichte:bis 1999 kein selbstständiger Ortsteil, da zweigeteilt auf verschiedenen Gemarkungen. 1839 entstand der Ortsname Träg (gesprochen Träch) - leitet sich ab von T(D)risch=Wildland.1975 Eingemeindung nach Welschbillig. Lange Zeit von den Segnungen der Kultur etwas vernachlässigt, Strom kennt man erst seit 1950 und die erste Wasserleitung wurde 1965 in Betrieb genommen.
Tourismus:alle zwei Jahre Heimatfest mit Traktorrennen, Jugendhotel Eifelblick mit ca. 10.000 Übernachtungen/Jahr
Vereine:Heimatverein Träg

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