Ein Ortsporträt von Oliver Wittkowski
aus der Sendung vom Sonntag, 16.3.2008 | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Es brummt im Eifeldorf Niederstedem im Bitburger Gutland - vor allem am Rande der Gemarkung, wo 380.000 Volt zu einer großen RWE-Umspannanlage geleitet werden. Die Anwohner dort können mit dem Dauer-Hochspannungssound aber gut leben: Viele von ihnen haben früher in der Anlage gearbeitet, die jetzt per Fernbedienung gesteuert wird.

Irgendwie scheint sich der Starkstrom auch auf das Niederstedemer Gemüt auszuwirken: Etliche der 248 Bewohner haben ehrgeizige Projekte gestartet. Der junge Sohn eines Landwirts hat im Hof des Vaters gleich drei Betriebe eröffnet; eine andere Familie verlegt gerade ihren Hofladen von Bitburg in das kleine Dorf und lockt die Kunden schon mal mit einem Kühlschrank mit Selbstbedienung.
Der Bürgermeister schafft täglich in seiner Werkstatt, um die Niederstedemer Mobilität zu sichern. Auch kulturell zeigen die Bürger unerschöpfliche Energie: Der Theaterverein müht sich jedes Jahr ab, ein Stück ins Eifeler Platt zu übersetzen - was z.B. bei einer Vorlage in bayerischem Dialekt für muntere Diskussionen sorgt.

Die kleine Dorfkirche, deren Turm noch aus dem 11. Jahrhundert stammen soll, strahlt dagegen nostalgische Ruhe aus. Im alten Kern des Dorfes, das im Jahr 893 erstmals urkundlich erwähnt wurde, scheinen die brummenden Starkstromleitungen der modernen Umspannanlage plötzlich ganz weit weg zu sein.

Niederstedem
Hubert-Prim-Str. 7
54634 Bitburg
Tel: 06561/66-0
Fax: 06561/66410
Letzte Änderung am: 05.03.2008, 13.52 Uhr
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