Ein Ortsporträt von Christian Gallon

Das Dorf Womrath, im heimischen Dialekt auch "Womert" genannt, liegt umringt von Feldern, Wiesen und Wäldern mitten im Hunsrück - zwischen Kirchberg und Gemünden. Nach Womrath fährt man nicht zufällig - es führt nur eine Kreisstraße dorthin, die von der B 421 abgeht. Das sorgt für Ruhe und hebt die Wohnqualität.
Der Ort wird erstmals im Jahre 1299 urkundlich erwähnt - heute leben rund 250 Menschen dort. In der Gegend sind die Womrather auch bekannt als "die Schweizer". Zu diesem Spitznamen kamen sie nach 1648, weil viele Einwanderer aus der Schweiz hierher kamen. Außerdem ist der Womrather dafür bekannt, "sich stets neutral zu verhalten", wie Gerd Westermayer zu berichten weiß. Westermayer, geborene Bayer, war 38 Jahre lang der evangelische Pfarrer in Womrath. Inzwischen ist der Hunsrück-Ort sein zweites Zuhause geworden.

Früher war das Leben im Dorf von der Landwirtschaft geprägt, heute gibt es noch landwirtschaftliche Betriebe. Ein ehemaliger Bauernhof ist heute "Pferdehof". Dort betreut Helmut Bauer 25 Pferde - eigene und fremde. Und er bietet geführte Reittouren durch die Gegend. Geborener Westerwälder ist Paul Huf. Er lebt seit 25 Jahren in Womrath und hat sich hier mehrere Lebensträume erfüllt. So wohnt er - idyllisch im Tal gelegen - in der ehemaligen Genossenschaftsmühle, hütet Schafe und verdient sich ein Zubrot mit gemalten Landschaftsbildern.

Gebürtiger Womrather ist der heilige Werner. Er lebte von 1272 bis 1287. Heute ist er in Burgund der Schutzpatron der Winzer - und seit 1911 existiert die "Werner-Kapelle" in Womrath, die von seinem kurzen Schaffen zeugt. Und dann gibt es da noch die "Maijstuh" - und dort wird jede Woche kräftig "gemaijt" - sprich geschwätzt. Das machen die 65- bis 93-Jährige seit mehr als 20 Jahren - verbunden mit Kaffee trinken, Singen, Karten spielen und einem Schnäpschen.
Womrath
Marktplatz 5
55481 Kirchberg (Hunsrück)
Tel.: 06763/910-0
Fax: 06763/910299
Letzte Änderung am: 05.11.2004, 00.00 Uhr