Ein Film von Lutz Näkel
aus der Sendung vom Samstag, 31.3. | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Geschichtsträchtig ist sie, die Hachenburger Straße: Durch sie zogen die amerikanischen Truppen am Ende des Zweiten Weltkriegs, hundertfünfzig Jahre zuvor, in den Revolutionskriegen, auch die französische Armee. Und im Mittelalter soll hier der Ritter von Steinebach losgezogen sein in den Kreuzzug. Seine Burg steht gleich hinter einer Häuserzeile der Hachenburger Straße. Viel ist nicht mehr davon übrig, die Steinebacher haben ihre Burg lange als Steinbruch genutzt.
Heute ist das größte Gebäude der Straße das Gasthaus, das seit 175 Jahren hier steht. Die Gemeinde Steinebach hat es vor kurzem aufgekauft und möchte jetzt noch ein Dorfgemeinschaftshaus anbauen, ein ehrgeiziges und nicht ganz billiges Vorhaben. Die Straße selbst wurde vor einigen Jahren saniert und mit Wasserrinnen versehen, die Dorfplaner Gerhardt Hachenberg historischen Vorbildern nachempfunden hat.
Hachenberg hat eine starke Beziehung zur Geschichte der Region, er hat ein Wörterbuch und eine Grammatik der Sprache, die hier gesprochen wird, geschrieben. Und er hat auch ein düsteres Kapitel der Dorfgeschichte niedergeschrieben: Die Vertreibung der letzten Juden von Steinebach, die über die Hachenburger Straße abtransportiert wurden nach Theresienstadt, wo sie den Tod fanden.

Letzte Änderung am: 17.03.2011, 00.39 Uhr