Ein Film von Harald Hort
aus der Sendung vom Mittwoch, 23.3.2011 | 18.55 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Alzey gilt als die heimliche Hauptstadt Rheinhessens. Hier kreuzen sich die Eisenbahnlinien und die Autobahnen A 61 und A 63, die diese Landschaft südlich von Mainz erschließen. Schon im Nibelungenlied hat Volker von Alzey die Stadt berühmt gemacht. Im 12. Jahrhundert bauten sich die Pfalzgrafen eine Burg. Die haben 1698 die Franzosen im pfälzischen Erbfolgekrieg gründlich zerstört. Das heutige Schloss ist darum ein Nachbau von 1903.
Unterhalb der Mauern unsere heutige Straße: der Kästrich. Seinen Namen hat der Kästrich vom lateinischen „castra“, dem römischen Legionärslager, das einst ganz in der Nähe stand. Er ist kaum 100 Schritte lang und es stehen auch nur 14 Häuser im Alzeyer Kästrich, trotzdem steckt er voller Überraschungen, überirdisch wie unterirdisch. Unter der einen Straßenhälfte erstreckt sich der historische Schlosskeller, nur über winkelige Gänge und Treppen zu erreichen. Gegenüber steht, quasi als 15. „Haus“, der dicke Turm des Alzeyer Schlosses. Dort war Jahrzehnte lang das Stadtgefängnis untergebracht. In den ganz wie früher erhaltenen Zellen lagern jetzt alte Akten unter Verschluss. Aus den immer noch vergitterten Fenstern hat man einen guten Blick auf die Boule-Bahn darunter. Das liegt nahe, hat doch die „Grüne Wutz“, der Boule-Club Alzey, sein Hauptquartier im Kästrich.
Daneben ein kleines „Hexenhäuschen“, in dem einst der Gefängniswärter wohnte und heute das Schloss-Kontor seinen Sitz hat. Hier kann man alles über rheinhessische Spitzenweine erfahren. Und das sehr individuell, denn es geht der Inhaberin darum, mit viel Einfühlungsvermögen die richtigen Menschen mit den richtigen Weinen zusammenzubringen.

Letzte Änderung am: 16.03.2011, 18.14 Uhr