Ein Film von Wolfgang Bartels
aus der Sendung vom Freitag, 18.3.2011 | 18.55 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Heute besuchen wir eine Straße, die nach jenem Mann benannt ist, der sie erbauen ließ: die Raiffeisenstraße in Weyerbusch. Das 1500-Einwohner-Dorf Weyerbusch liegt im nördlichen Westerwald in der Nähe von Altenkirchen. Mittelpunkt ist die katholische Kirche St. Josef. Gleich daneben liegt das evangelische Gemeindezentrum. Mitten durch Weyerbusch hindurch führt die alte Poststraße von Frankfurt nach Köln, die heutige B 8. Ein Mann begann hier eine Karriere, die ihn weltberühmt machen sollte: Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Und dieser Mann wird bis heute in Weyerbusch hoch geehrt – mit dem Namen einer Straße und einem Denkmal.
In Weyerbusch hat Raiffeisen nämlich 1846 seine erste Genossenschaft gegründet. Um die Hungersnot zu lindern, rief Raiffeisen den „Weyerbuscher Brodverein“ ins Leben, der dann zum Vorbild für das Genossenschaftswesen wurde. Das Brot gab’s nur gegen Arbeit im Steinbruch. Mit den Steinen ließ Raiffeisen die Straße bauen, die heute seinen Namen trägt. Auf ihr konnten die Westerwälder Bauern ihre Erzeugnisse hinunter zu den Städten am Rhein bringen und verkaufen. Im kleinen Weyerbuscher Dorfmuseum sind Werkzeuge und Fotos aus der Zeit des Raiffeisens zusammengetragen.
Fachärztin Dr. Dong Sook Park betreibt in der Weyerbuscher Raiffeisenstraße, direkt gegenüber vom Denkmal, eine Praxis für Akupunktur. In Korea wurde sie geboren, in Norwegen ist sie aufgewachsen und in Deutschland hat sie Medizin studiert. In einem Bonner Krankenhaus arbeitet sie als Anästhesistin. Als zweites Standbein hat sie vor sieben Jahren ihre Praxis in Weyerbusch eröffnet. Mit dem Gründer der Genossenschaften hat die koreanische Ärztin etwas gemeinsam: Beide arbeiten in der Raiffeisenstraße und beide wollen, dass es den Menschen besser geht. Jeder auf seine Art.

Letzte Änderung am: 04.02.2011, 23.31 Uhr