Ein Ortsportrait von Oliver Wittkowski
aus der Sendung vom Dienstag, 13.3. | 18.55 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Der "Bachweg" in Mittelreidenbach macht seinem Namen Ehre: Tatsächlich plätschert ein kleiner Bach munter die in langem Bogen geschwungene Wohnstraße hinab, direkt vor den Haustüren der Bewohner. Idyllisch und beruhigend wirkt das – obwohl der kleine Reidenbach auch anders kann: Überschwemmungen suchten den Bachweg schon immer heim: Mit großen Pumpanlagen in den Kellern trotzen die Anwohner der gefährlichen Seite ihres zumeist friedlichen "Gewässers dritter Ordnung", wie der Reidenbach auf gut Amtsdeutsch heißt.
In der kleinen Seitenstraße des Dorfes, südlich der Nahe, im Nordpfälzer Bergland, ist das typische moderne Nebeneinander von Einheimischen und Zugezogenen zu beobachten: Da sind die Nachkriegshäuser aus der Wirtschaftswunderzeit mit oft nur noch einem betagten Bewohner, die Neubauten mit jungen Familien, die aufwendig restaurierten Bauernhäusern, an denen sich Zugezogene ihr halbes Leben lang abgearbeitet haben.
Freilaufendes Tierleben und Geschnatter gibt es auch im Bachweg, seit eine Bewohnerin ihren Hof zu einer kleinen Vogelfarm ausgebaut hat. Da gehen die Meinungen allerdings auseinander: Ist das muntere Federvieh eine ländlich-rustikale Bereicherung, oder macht es vor allem Dreck und strapaziert die Nerven? Jedenfalls: Obwohl manches im Fluss ist, im Bachweg in Mittelreidenbach, kommen die Menschen mit ganz verschiedenen Lebensentwürfen gut miteinander aus. Egal wie dick es kommt, die Wogen glätten sich wieder, das lernt man eben auch, wenn man ein fließendes Gewässer vor der Haustür hat.
Letzte Änderung am: 11.02.2011, 23.16 Uhr