Ein Film von Gudrun Fünter
aus der Sendung vom Sonntag, 8.1. | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Oberhalb des Marktplatzes, im Schatten des Hachenburger Schlosses liegt die Friedrichstraße. Sie ist eine der ältesten und dank vieler Fachwerkhäuser auch eine der schönsten Straßen der Stadt. Entstanden ist die Friedrichstraße vermutlich im Zusammenhang mit dem Schloss: Hier wohnten einst Handwerker und die Bediensteten des Schlosses, keine reichen Leute. Deshalb sind die Häuser der Friedrichstraße relativ klein, die Gasse ist schmal, und oft Schauplatz von Stadtführungen. Über Jahrhunderte hieß die Friedrichstraße nur "die Owergass", schließlich lag sie oberhalb der "Untergass".
Das änderte sich im Drei-Kaiser-Jahr 1888. Zu Ehren von Kaiser Wilhelm I wurde aus der Untergass die Wilhelmstraße, zu Ehren von Kaiser Friedrich III wurde die Owergass zur Friedrichstraße. Statuen beider Kaiser sind noch vorhanden, obwohl die hohen Herren selbst nie einen Fuß in die Friedrichstraße gesetzt haben. Gedacht wird ihrer dennoch: In manchem Gasthaus hier steht der Kaiserschmarrn auf der Speisekarte.
Doch welche Schmach für Friedrich: in seiner Straße ist jetzt die englische Krone zu sehen, auf einer roten Telefonzelle, ein Gastgeschenk aus Hachenburgs Partnerstadt Higham Ferres. Seit Sommer 2010 ist in der Zelle auch die kleinste Bücherei im Westerwald untergebracht . Das Prinzip: Wer ein Buch einstellt darf auch eines mitnehmen. Der Bestand von 150 Büchern hat sich schon mehrfach umgeschlagen. Attraktiv ist die Friedrichstraße aber auch dank engagierter Einzelhändler, die in kleinen Läden Floristik, Esoterisches und vor allem Kunsthandwerk anbieten.
Auch zwei urige Gaststätten und ein besonderes Cafe laden zum Verweilen ein. Irene Kölzer serviert warmen Apfelsaft und Mandelkuchen in ihrem Wohnzimmer, zweiter Gastraum ist ihre ehemalige Küche.

Letzte Änderung am: 24.12.2010, 23.15 Uhr