Ein Ortsportrait von Wolfgang Bartels
aus der Sendung vom Sonntag, 18.12.2011 | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Ein Dorf, das von Steinen und Kartoffeln lebt. 4000 Einwohner, ein bisschen Landwirtschaft, aber viel Industrie – trotzdem denkt hier niemand daran, nach den Stadtrechten zu greifen. Die Rede ist von Kruft in der Osteifel. Die Krufter sind stolz darauf, ein Industriedorf zu sein – und wollen es bleiben. Die Geschichte von Kruft beginnt unter der Erde. Tuff begründete den Reichtum des Dorfes. Entstanden ist das Gestein, als vor 11 000 Jahren der Laacher-See-Vulkan ausbrach und die ganze gegen mit einer dicken Schicht von Asche und Steinbrocken überzog. Schon die Römer haben Stollen in diese Schichten getrieben, um Baumaterial und Mühlsteine zu gewinnen. Ganz Kruft ist mit einem System von Stollen und unterirdischen Gängen unterhöhlt. Diesen Stollen verdankt das Dorf auch seinen Namen: Das lateinische Wort vor Tunnel oder Gewölbe lautet „Crypta“ – und daraus ist der heutige Name Kruft geworden.
Tuff begründete den Reichtum des Dorfes. Entstanden ist das Gestein, als vor 11.000 Jahren der Laacher-See-Vulkan ausbrach und die ganze gegen mit einer dicken Schicht von Asche und Steinbrocken überzog. Schon die Römer haben Stollen in diese Schichten getrieben, um Baumaterial und Mühlsteine zu gewinnen. Ganz Kruft ist mit einem System von Stollen und unterirdischen Gängen unterhöhlt. Diesen Stollen verdankt das Dorf auch seinen Namen: Das lateinische Wort vor Tunnel oder Gewölbe lautet "Crypta" – und daraus ist der heutige Name Kruft geworden. Von Tuff und Bims lebt das Dorf bis heute. Mehrere Unternehmen stellen Leichtbetonsteine her. Auch Ton hat in der Geschichte von Kruft eine große Rolle gespielt. Bis heute ist ein Unternehmen ansässig, das Feuerfest-Keramik vor allem für Stahlwerke produziert. Zwischen den Gruben und Werken blieb immer genügend Platz für die Landwirtschaft. Der mineralreiche Boden eignet sich besonders für den Kartoffelanbau.
Das Dorf Kruft wird erstmals 1093 in den Urkunden des Klosters Maria Laach erwähnt, zu dessen Besitz es einst gehörte. Daran erinnert heute noch das Ortswappen, das Maria mit dem Christuskind zeigt. „Steinzeit“ – für Walter Mehlem ist das nicht die Gegenwart der Steinindustrie, sondern das Leben der Menschen in der Vorzeit. In seiner Werkstatt „Praehistoric Archery“ baut er steinzeitliche Geräte wie Pfeil und Bogen – und gibt seine Kenntnisse an Kinder und Jugendliche weiter. Und mit den prähistorischen Bögen kann man tatsächlich ins Schwarze treffen.

Kruft
Breite Straße 40
56626 Andernach
Tel: 02632/299-0
Fax: 02632/299-66
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | Ca. 4000 (Stand: 01.12.10) |
| Gemeindeart: | Von der Steinindustrie geprägtes Dorf mit landwirtschaftliche genutzten Flächen ringsum. |
| Geschichte: | 1093 erste Erwähnung in Urkunden des Kloster Maria Laach. Der Ortsname Kruft leitete sich vom lateinischen "Crypta" (Tunnel, Gewölbe)ab, denn das ganze Dorf ist mit Bergbaustollen aus der Römerzeit unterhöhlt. |
| Tourismus: | Mehrere Gaststätten im alten Ortskern |
Letzte Änderung am: 08.11.2010, 10.37 Uhr