Ein Ortsportrait von Harald Hort
aus der Sendung vom Dienstag, 7.12.2010 | 18.55 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Tellig liegt im nördlichen Hunsrück und gehört zur Verbandsgemeinde Zell. Im Jahre 1275 wurde es erstmals urkundlich erwähnt, stand 1794 unter französischer Herrschaft und gehörte ab 1815 zu Preußen. Heute leben hier 300 Menschen. Viel mehr erfährt man aus offiziellen Quellen nicht. Aber neben der „großen“ Geschichte gibt es noch die „kleinen Geschichten“: Die hört man aber nur vor Ort.
Vor dem Ort liegt Telligs kleines Industriegebiet mit einer Fabrik, die früher einmal 100 Arbeitskräfte beschäftigte. Die Firma verlagerte ihre Produktion und verkaufte die Immobilie. Seitdem sind die Gebäude durch viele Hände gegangen und gehören jetzt einer ausländischen Holding. Die Anlage steht jetzt leer, obwohl einige Unternehmen aus dem Ort und der Region gerne einziehen würden.
Trotz solch widriger Umstände haben die Telliger das Leben und Leben lassen nie verlernt: Ein Gasthaus gibt es nicht mehr. Also wurde kurzerhand der Jugendraum zum Gemeinschaftstreff umgewidmet, mit entsprechender „Einkehrmöglichkeit“. Während dessen baut die Feuerwehr schon seit Jahren gemütlich an einer Grillhütte. Die Vollerwerbslandwirte von früher sind alle verschwunden. Aber ein Feierabendbauer macht immer noch Hausschlachtung, mit „Metzelsupp“ für alle. Da sind zwei begabte Freizeitmaler, die sich im friedlichen Wettbewerb um die Kunst bemühen. Die Bilder des einen hängen jedoch schon im Gemeindehaus! Eine Telligerin sorgt als „Katzenmutter“ für ihre eigenen Tiere, aber auch für alle anderen Katzen aus dem Dorf, die es nötig haben. Gar nicht weit davon entfernt züchtet ein anderer Telliger Kanarienvögel und hat ihnen einen ganzen Raum seiner Wohnung abgetreten.

Tellig
Corray 1
56856 Zell/Mosel
Tel: 06542/701-0
Fax: 06542/70156
Letzte Änderung am: 01.12.2010, 18.12 Uhr