Ein Ortsportrait von Christian Gallon
aus der Sendung vom Dienstag, 14.9.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Schömerich wurde erstmals im Jahre 1574 urkundlich als „Schombrig“ erwähnt. Die früher in diesem Zusammenhang verwendeten Eigenschaftswörter „scaoni“, „sconia“ und „sceini“ bedeuten „schön“, „mild“ und „wohnlich“. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich dann der Ortsname zu „Schömerich“. In der kleinen Hunsrückgemeinde am Rande des Osburger Hochwaldes leben 125 Menschen. Christoph Franzen betreibt hier seit drei Jahren eine „Zweiradschmiede“. Mit seinem Kumpel Sebastian kauft er ältere Motorräder aus der Region. In der eigenen Werkstatt reparieren, sandstrahlen und lackieren die beiden dann die Zweirad-Oldies. Christophs Vater Eduard kennt einige der alten Maschinen selbst noch aus seiner Jugend. Heute fasziniert Eduard Franzen aber ein ruhigeres Hobby: er sammelt Briefmarken, hauptsächlich aus Deutschland. Dazu zählen auch einige Marken aus Rheinland-Pfalz. Die zeigen Personen und Gebäude aus mehr als tausend Jahren Landesgeschichte.
Die kleine Wohngemeinde liegt mitten in der Natur. Auf den umliegenden Wiesen wachsen auch jede Menge Kräuter: Spitzwegerich, Labkraut und Sauerampfer sind nur einige von ihnen. Auf „Kräuterwanderungen“ können Interessierte diese und andere Kräuter kennen lernen und sammeln. Die Wanderungen bietet Annette Schäfer im Rahmen ihrer Mitarbeit für den „Naturpark Saar Hunsrück“ an. Die gesammelten Kräuter werden dann in der Küche des Dorfgemeinschaftshauses von den Teilnehmerinnen zu einem Essen (Salat oder Suppe) verarbeitet.
Annette Schäfer wohnt im Ortsteil Kimmler Hof. Mit ihrem Wohnhaus erwarb sie vor 16 Jahren auch eine kleine Kapelle. Das Gotteshäuschen ließ eine fromme Vorbesitzerin im Jahre 1868 errichten. Mit viel Eigenengagement und Hilfe von Freunden und Bekannten renoverte Annette Schäfer inzwischen die einst arg heruntergekommene Kapelle. Jetzt findet sogar regelmäßig alle 14 Tage ein Abendlob in dem Kapellchen statt. Nur wenige Meter entfernt ist die Reitanlage von Melanie Scheer. Die Reittherapeutin hat Schüler und Schülerinnen im Alter von zehn bis 60 Jahren. Auch körperlich und geistig Behinderte nutzen die Reittherapien von Melanie Scheer. Die 28-jährige lebt zwar erst seit drei Jahren in Schömerich – doch schon jetzt fühlt sie sich hier rundum wohl – so wie es die Namensdeutung seit vielen Jahrhunderten verspricht.

Schömerich
Rathausstraße 1
54427 Kell am See
Tel: 06589/179-0
Fax: 06589/17913
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | ca. 130 (Stand: Juli 2010) |
| Gemeindeart: | früher stark landschaftlich geprägt, viel Nebenerwerbslandwirte, heute ehr Wohngemeinde |
| Tourismus: | Ruwerradweg, Saar Hunsrücksteig, jährlich Dorfkirmes am Johannistag, alle zwei Jahre Kelterfest am 3. Oktober |
| Vereine: | Freiwillige Feuerwehr |
Letzte Änderung am: 09.09.2010, 18.14 Uhr