Ein Ortsportrait von Thomas Keck
aus der Sendung vom Montag, 13.9.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
In Spay gibt es einiges doppelt, denn was heute als Spay bekannt ist, wurde 1969 aus den Ortschaften Niederspay und Oberspay gebildet. So manchen Verein gibt es einmal in Ober- und einmal in Niederspay, wie z.B. die Möhnenvereine oder die Karnevalsvereine, und auch zwei Kapellen und zwei Kirchen hat Spay. Die Kapellen stehen in Oberspay. Die frühgotische Peterskapelle mit ihren hochmittelalterlichen Fresken ist besonders sehenswert. In Niederspay steht die große Pfarrkirche St. Lambertus. Mit ihrem hexagonalen Zentralbau ist sie eine der architektonisch interessantesten Kirchen am Mittelrhein.
Die Alte Kirche von Niederspay war ebenfalls dem Heiligen Lambertus geweiht. Einst vom Verfall gedroht, wurde sie dank privater Initiative wieder aufgebaut und dient heute als Veranstaltungsort für Konzerte und Lesungen. Den schönen Blick, den man von Spay aus auf die Marksburg hat, den gibt es freilich nur einmal - allerdings nicht von ganzSpay aus, denn der langgezogene Ort südlich von Koblenz liegt an der längsten Rheinschleife, und Oberspay kehrt der Marksburg sozusagen den Rücken zu.
Auch die Schottel-Werft, in der Schiffspropeller hergestellt werden, gibt es nur einmal, und ebenso die schöne Fachwerkzeile am Rheinufer, denn Ober- und Niederspay sind im Lauf der Jahrzehnte zusammengewachsen. So mag es zwar manches doppelt geben in Spay, aber Spay selbst, das gibt es doch nur einmal – zumindest in Deutschland, denn in Frankreich gibt es tatsächlich ein zweites Spay: Spay-sur-Sarthe, das seit 1983 eine Partnergemeinde des deutschen Spay ist.

Spay
Am Viehtor 2
56321 Rhens
Tel: 02628/9605-0
Fax: 02628/960524
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | ca. 1938 (Stand: Dezember 2009) |
| Gemeindeart: | von Weinbau, Tourismus und Schifffahrt geprägte Wohngemeinde. Relativ eingeengte Lage zwischen B9 und Rhein. Industrie vor allem durch die Schottel-GmbH |
| Geschichte: | Die historischen Ursprünge von Spay reichen in die keltische und römische Zeit zurück. Die älteste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 816. Die wichtigsten Berufszweige waren einst Fischer, Lotsen und Winzer. Bis in das Jahr 1969 waren die beiden Ortsteile Ober- und Niederspay eigenständige Gemeinden. Das wichtigste Unternehmen ist die im Lauf des 20. Jahrhunderts entstandene und gewachsene Schottel-GmbH, die zwischen den beiden Ortsteilen liegt, und in der Schiffsantriebe gebaut werden. |
| Tourismus: | Kulturweg, fünf Gaststätten, davon drei mit Übernachtungsmöglichkeiten, drei Weinbaubetriebe, Anlegestelle für Schiffsrundfahrten |
| Vereine: | Zwei Möhnenvereine und zwei Karnevalsgesellschaften (je eine für Ober- und Niederspay), Sportverein, Förderverein Peterskapelle und viele mehr |
Letzte Änderung am: 09.09.2010, 18.14 Uhr