Ein Ortsportrait von Elmar Babst
aus der Sendung vom Donnerstag, 2.9.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Ingenheim war früher – vor der Zusammenlegung mit der Nachbargemeinde Billigheim – ein eigenständiger Ort mit bewegter Vergangenheit. Mitten in Ingenheim stand einst die größte Synagoge der Pfalz – ihre Zerstörung 1939 läutete auch das Ende der jüdischen Gemeinde ein. Bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten war ein Drittel der Dorfbewohner jüdischen Glaubens. Heute zeugt nur noch der Jahrhunderte alte jüdische Friedhof davon. Doch die Ingenheimer wollen ihre Geschichte nicht verdrängen: Pfarrer Ralf Piepenbrink führt jedes Jahr seine Konfirmanden über den Friedhof.
Heute wie damals spielt der Weinanbau eine große Rolle: Ingenheim zählt zu den größten Weinbaugemeinden der Pfalz, 10 Vollerwerbswinzer gibt es noch.
Groß auch die Masse an Karpfen, die bei der Firma Südpfalz-Koi gezüchtet werden. Dafür, dass von den etwa 5 Millionen Kois, die jedes Jahr das Licht der Welt erblicken, auch nur eine Handvoll zu Ruhm und Ehre kommt, stehen die Chancen 0,01 zu 99,9 Prozent – wie Koi-Experte Mathias Schmitt mit einem weinenden Auge erklärt.

Ingenheim
76831 Billigheim-Ingenheim
Tel: 06349/99 64 01
Fax: 06349/99 64 02
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | ca. 1.600 (Stand: 2010) |
| Gemeindeart: | Wohngemeinde, Weinbaugemeinde |
| Geschichte: | Ingenheim ist ein altes Dorf, dessen Anfänge in das 5. Jahrhundert zurück reichen. Die erste urkundliche Nachricht findet sich 1236 über “Konrad von Ingenheim”. In Ingenheim bestand bis 1940 eine große jüdische Gemeinde. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde 1848 mit 578 Personen erreicht, die etwa ein Drittel der Ortsbevölkerung stellten. Ingenheim beherbergte zu jener Zeit die größte jüdische Gemeinde der Pfalz. Von 1869 bis 1884 hatte Ingenheim mit Bernhard Roos (1796–1888) sogar einen jüdischen Bürgermeister. Seit 1969 gehört man zur Gemeinde Billigheim-Ingenheim. |
Letzte Änderung am: 23.07.2010, 23.33 Uhr
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