Ein Ortsportrait von Wolfgang Bartels
aus der Sendung vom Dienstag, 23.3.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Der Jungbrunnen, der Johannes Heesters so fit gehalten hat, liegt möglicherweise in Bad Bodendorf an der Ahr. Dort hat „Joopie“ in früheren Jahren regelmäßig gekurt und das heilkräftige Wasser des St.-Josef-Sprudel genossen. Ein wenig trauert das heutige Bad Bodendorf den großen Zeiten als Kur- und Badeort nach. Doch das Heilwasser, das Johannes Heesters genossen hat, fließt noch heute.
26 Grad warm quillt das Wasser aus den Tiefen des Ahrgebirges. Im Jahre 1900 wurde der Sprudel entdeckt. Dreimal täglich „schluckweise und im Umhergehen“ getrunken wirkt das magnesium- und sulfathaltige Wasser günstig auf Magen, Darm und Galle. An der Zapfstelle des Thermalbades kann sich jedermann das Heilwasser holen – völlig umsonst. Auch das Thermalbad wird vom Wasser des St.-Josef-Sprudels gespeist. Immer pünktlich am Karfreitag öffnet das nostalgische Bad aus den dreißiger Jahren und die Stammgäste beziehen ihre eigenen Umkleidekabinen. Neben dem Thermalbad erinnert das Technikmuseum mit der Kohlensäuregas-Verflüssigungsanlage an die technische Nutzung des kohlesäurehaltigen Sprudelwassers.
Rechts der Ahr liegt das Kurviertel, links der Ahr der alte Ortskern von Bad Bodendorf – ein Fachwerk-Idyll. Im Jahre 893 wird der Ort erstmals als „Budendorpht“ in einem Güterverzeichnis der Abtei Prüm erwähnt. Heute zählt Bad Bodendorf 3900 Einwohner und gehört als Stadtteil zu Sinzig am Rhein. Am historischen Bahnhof beginnt der „Rotwein-Wanderweg“ durch das Ahrtal, auch wenn die Zeiten als Winzerort lange vorbei sind. 1891 hat die Reblaus die Bodendorfer Weinbergslagen vernichtet – und davon hat sich der Weinbau nie mehr erholt. Ein Mini-Weinberg mit sechzehn Rebstöcken am Bahnhof – angelegt vom Heimat- und Bürgerverein – erinnert an die weinseligen Zeiten.

Bad Bodendorf
Kirchplatz 5
53489 Sinzig
Tel: 02642/4001-0
Fax: 02642/400139
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 3.900 (Stand: Januar 2010) |
| Gemeindeart: | Kur- und Badeort mit attraktiven Wohngebieten |
| Geschichte: | 893 im Prümer Urbar erstmals erwähnt als „Budendorpht“, 1891 vernichtet die Reblaus die Weinlagen,1900 Entdeckung des St.-Josef-Sprudels und Entwicklung zum Bade- und Kurort, 1969 Eingemeindung nach Sinzig, 1972 Verleihung des Titels „Bad“ |
| Tourismus: | Thermalbad St.-Josef-Sprudel, Technikmuseum mit alter Kohlesäuregas-Verflüssigungsanlage, Beginn des Rotwein-Wanderwegs, Tierfreigehege Schwanenteich |
| Vereine: | Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf, Junggesellenverein St. Josef, Karnevalsgesellschaft Reiwkooche Blau-Weiß, Kirchenchor St. Sebastianus, Männergesangverein Eintracht 1919 |
Letzte Änderung am: 16.03.2010, 00.51 Uhr