Ein Ortsportrait von Stefanie Hinzen
aus der Sendung vom Donnerstag, 18.2.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Wer Niederfischbach kennen lernen möchte, der sollte feste Schuhe anziehen und ein wenig Zeit mitbringen: Niederfischbach ist ein ziemlich lang gezogenes Straßendorf und hat auch in der Umgebung viel zu bieten.
Die Niederfischbacher – oder „Föschber“ wie sie sich selbst nennen – sind aktiv! Da gibt es den Kunstkreis, in dem gemalt, geschnitzt, geklöppelt und getöpfert wird und der regelmäßig eigene Ausstellungen organisiert. Dann sind da noch Lore und Günter Schneider. Sie sind Europameister der Senioren im Cross- und 10 000m-Lauf und haben noch viele andere Preise nach Föschbe geholt.
Immer wieder stellen Föschber Bürger in Privatinitiative einiges auf die Beine: Herbert Dietershagen hat mit Freunden einen „Grubenwanderweg“ angelegt und lässt so die Geschichte des alten Bergarbeiterdorfs lebendig werden. Auf rund 18 Kilometern präsentieren sich dem Wanderer immer wieder Überreste des riesigen alten Bergwerks rund um Niederfischbach. Das Werk gehörte im 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Silber- und Bleigruben Deutschlands. Aus dem Silber wurden unter anderem eigene Münzen, die „Fischbacher Ausbeutetaler“, geprägt. Ein von einem Verein betriebener Tierpark und lange Radwege auf der alten Bahntrasse von Kirchen nach Olpe laden zu Ausflügen ein. Ein kleines Teilstück der Asdorftal-Bahn wurde erhalten und von Eisenbahnfreunden zu einem Museum umgestaltet. Alle Maschinen und Anlagen dort sind voll funktionstüchtig und können unter Anleitung besichtigt werden.
Niederfischbach liegt an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen im Landkreis Altenkirchen. Wahrzeichen des Dorfs ist der Siegerländer Dom, die einzige viertürmige Kirche im Kreis.

Niederfischbach
Lindenstraße 1
57548 Kirchen/Sieg
Tel: 02741/688-0
Fax: 02741/688255
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 4.764 (Stand: Dezember 2008) |
| Gemeindeart: | Grundzentrum, industriell–gewerblich geprägt |
| Geschichte: | Bergbaugeschichte: Eisenerzgewinnung bereits durch die Kelten in der Latènezeit - (5. bis 1. Jahrhundert v. Chr.), 1750 wurde aus dem ersten „Silberblick“, aus der Grube Krautgarten der Niederfischbacher Taler geprägt, um 1880 gab es elf Grubenunternehmen in Niederfischbach, die letzte Grube wurde 1930 geschlossen, bedingt durch den Bergbau kann das „Siegerland“ auf eine sehr alte „Schmelzen und Hüttentradition“ zurückschauen Name und Alter: In der ersten Erwähnung aus dem Jahr 1377 heißt es "Vispe". 60 Jahre später in einer Urkunde aus dem Jahr 1437 hat sich die Schreibweise in "Fischpe" geändert. 1469 schrieb man "Niedernfischpe" und 1525 "Niedernfeßpe". Erst im Jahr 1560, in der Urkunde über die Verleihung der Marktrechte, wird die alte Endsilbe "pe" (von apa = Wasserlauf, Bach) durch das Wort "bach" ersetzt. Hier wird unser Ort als "Niderfischpach" bezeichnet. Nach W. Arnold und J. Heinzeling sind die "apa" - Orte unserer Heimat vor 500 n. Chr. gegründet, nach L. Bald sogar noch vor unserer Zeitrechnung. Kirchspiel Niederfischbach: Der Turm der heutigen ev. Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Das Kirchspiel Niederfischbach gehört seit 1554 zur Diözese Trier. Die alte Kirche wurde 1652 Simultankirche. 1898 Fertigstellung der neuen Kirche der Kath. Kirchengemeinde - Siegerländer Dom genannt. 450 Jahre Marktrecht - 2010 feiert die Gemeinde die Verleihung der Marktrechte an das Kirchspiel Niederfischbach durch Kaiser Ferdinand I. im Jahre 1560. Es ist der Ursprung der Fischbacher Kirmes. |
| Tourismus: | Viele gut ausgeschilderte Wanderwege – tiefe Wälder, weite Fernsicht, Themenwanderwege: Gruben, Schule – und Kreuzewanderweg, sdorftalradweg (Zwei-Länder-Tour), Skateranlage, Tierpark, Tüschebachsweiher, klleines Eisenbahnmuseum, Siegerländer Dom, ev. Kirche, Bergmannsbrunnen am Marktplatz Brunnenfest am ersten Sonntag im Mai, größte Straßenkirmes weit und breit am dritten Wochenende im August sieben Gaststätten |
Letzte Änderung am: 29.01.2010, 23.32 Uhr