Ein Ortsportrait von Wolfgang Bartels
aus der Sendung vom Samstag, 12.3.2011 | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
"Die schwindelnden Wirbel" der Ruwer hat schon ein römischer Dichter besungen: Ausonius - im Jahre 371 in seinem Gedicht "Mosella". "Rubora" hieß damals der Fluss – ein Name, der wohl auf das Keltische zurückgeht. Und genau dort, wo die „Rubora“ in die Mosel fließt, liegt ein Ort, dem der Fluss seinen Namen gegeben hat: Ruwer. Über die Jahrhunderte hinweg hat die Ruwer das Leben in Ruwer geprägt. Die Siedlung am Fluss wird erstmals im Jahre 646 in Klosterurkunden erwähnt . Heute ist das Dorf nicht mehr selbständig. Die 3000 Einwohner gehören als nordöstlicher Stadtteil zur Moselmetropole Trier. Mittelpunkt von Ruwer ist die frisch renovierte Pfarrkirche St. Clemens. Ein besonderer Schatz: eine Madonnenfigur aus dem 14. Jahrhundert.
Ruwer ist auch die Heimat von "Treverix", einem Glücksbringer, den Christoph Steffens erfunden hat. In Holz geschnitzt oder in Bronze gegossen ist der Treverix ein Andenken für die vielen Touristen, die das Trierer Land besuchen. Vorbild für Treverix ist ein Bronzefigürchen aus dem dritten Jahrhundert: das Treverermännchen, das einen einheimischen Kelten im Kapuzenmantel zeigt. Dass der Treverix eine Knollennase bekommt, hat einen einfachen Grund. Christoph Steffens hat herausgefunden, dass schon die Römer haben Comics geliebt, Karikaturen von schrägen Gestalten mit dicken Nasen. Und da hab ich mich ein wenig inspirieren lassen.
Nicht nur der Treverix erinnert an die römischen Zeiten, auch die Zeilen des "Mosella-Liedes" des Dichters Ausonius. Er, wie die Ruwer „hurtigen Schwunges des Kornes mächtigen Mahlstein dreht“. Neun Mühlen hat es einst im Bereich der Ortschaft Ruwer gegeben. Eine davon: die Ruwerer Felsenmühle. Fast ein halbes Jahrtausend steht sie schon am Ufer der Ruwer. Das Mahlen von Getreide wurde allerdings bereits in der Zeit des Ersten Weltkrieges aufgegeben. Für Ruwer hatte sie jedoch eine ganz andere Bedeutung. 1897 wurde neben dem Mahlbetrieb eine Turbinenanlage eingebaut. Der erste Strom, der in Ruwer für elektrisches Licht sorgte, kam aus dieser Turbine – und das Jahre, bevor die benachbarte Stadt Trier eine eigene Stromversorgung bekam.

Ruwer
Rathaus
Am Augustinerhof
54290 Trier
Tel: 0651/718-0
Fax: 0651/718-1138
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 3.000 (Stand: Januar 2010) |
| Gemeindeart: | Stadtteil mit kleinstädtischem Charakter, einige ältere Gebäude erinnern noch an die Zeiten des Winzer- und Müllerdorfes |
| Geschichte: | 371 erwähnt der römische Dichter Ausonius in der "Mosella" den Nebenfluss "Erubis". Aus dem Namen wird über "Rubora" schließlich „Ruwer“. Ein Dorf gleichen Namens wird 646 in einer Urkunde des Trierer Klosters St. Irminen erstmals genannt. 1969 wurde Ruwer zusammen mit dem benachbarten Eitelsbach durch Eingemeindung ein Stadtteil von Trier. |
| Tourismus: | Ruwer-Fahrradweg auf der alten Trasse der Hochwaldbahn von Ruwer nach Hermeskeil, Spaziergänge am Moselufer und auf den Höhen der Kenner Lay |
| Vereine: | Sportverein Eintracht Ruwer, Turnverein, Kirchenchor Cäcilia, Musikverein 1920 Ruwer-Eitelsbach, Männergesangsverein Moselland 1882 |
Letzte Änderung am: 10.02.2010, 00.46 Uhr