Ein Ortsporträt von Utz Kastenholz
aus der Sendung vom Mittwoch, 13.10.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Hochstein gehört heute zur Verbandsgemeinde Winnweiler am Donnersberg, war aber zwischen 1797 und der Kreisreform Ende der 1960er Jahre selbstständig. Das Eisen hat den Ort geprägt: Die Industriellenfamilie Gienanth begründete von Hochstein aus im 18.Jahrhundert ein regionales Eisen-Imperium in der Pfalz. Ihre Fabrik mit Herrenhaus, die „Eisenschmelz“ ist im Frühindustriepark Gienanth zu besichtigen. Dort lebt auch Sandra Geruschkat, eine Kunstschmiedin. In dem traditionsreichen Komplex wohnt und arbeitet sie. Wir besuchen sie in ihrer Werkstatt.
Hochstein war ein reines Arbeiterdorf. Die kleinen Häuschen der Metallarbeiter prägen den Ort. Überragt wird er vom sagenumwobenen Hochsteiner Kreuz auf einem 70 Meter hohem Porphyrfelsen. Die so genannte Kupferschmelz war einer der letzten metallverarbeitenden Beriebe. Sie steht seit 2004 leer; eine moderne Industriebrache.
Wie in vielen Arbeiterdörfern ist das Vereinsleben hier sehr rege. Besonders aktiv ist der Boule-Club mit seinen 100 Mitgliedern. Viele Hochsteiner treffen sich in ihrem Vereinheim. Vier Gesangsvereine gibt es in der 500-Seelen-Gemeinde Hochstein. Wir besuchen auch die private Musikschule von Hildegund Becker. Mit acht Lehrkräften bringt sie etwa 200 Schülerinnen und Schülern, die teilweise von weit her kommen, die richtigen Töne bei.

Hochstein
Jakobstr. 29
67722 Winnweiler
Tel.: 06302/602-0
Fax: 06302/60234
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 499 (Stand: August 2009) |
| Gemeindeart: | ehemaliges Arbeiterdorf, heute, nach Schließung des letzten metallverarbeitenden Betriebs reine „Schlafstätte“ |
| Geschichte: | Der Ortsteil Hochstein wurde 891 als „Anabozi“ erstmals genannt. Vermutlich war im 14./15. Jahrhundert bei der kleinen Siedlung eine Eisenhütte entstanden, die die Eisenerze des Donnersberges verhüttete. Abgesehen von 1797 bis 1969, wo das Arbeiterdorf selbständig war, gehörte Hochstein immer zu Winnweiler. 1742 hatte in Hochstein die bekannte Hugenottenfamilie Guinand (später "Gienanth") die Grundlage für ihr pfälzisches Eisenhüttenimperium gelegt. |
| Tourismus: | Hochsteiner Kreuz auf einem 70 Meter hohen Pophyrfelsen über dem Ort; Frühindustriepark Gienanth: 12 km langer industriegeografischer Lehrpfad zwischen Hochstein und Schleisweiler; Eisenschmelz: Industriedenkmal des 18. Jahrhunderts mit altem Herrenhaus |
| Vereine: | Gesangverein Hohstein, Hochsteiner Boule-Club, Wanderfreunde Hochstein |
Letzte Änderung am: 11.09.2009, 23.31 Uhr