Ein Ortsportrait von Wolfgang Bartels
aus der Sendung vom Mittwoch, 23.9.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Ein altes Winzerdorf an der Ruwer und zugleich ein Stadtteil der Großstadt Trier: das ist Eitelsbach. Dort, wo einst die Trierer Erzbischöfe und Kurfürsten eine ihrer Sommerresidenzen hatten, leben heute 274 Einwohner, die sich noch immer als Dorfgemeinschaft fühlen. 1238 taucht erstmals der Name „Isolsbach“ in den Urkunden auf, die den Besitz der Trierer Bischöfe verzeichnen. Zunächst war damit wohl nur eine Weinbergsgemarkung mit Kelterhaus gemeint. Daraus entstand dann ein kirchliches Weingut mit dem zugehörigen Dorf Eitelsbach.
Der „Duisburger Hof“, einst Sitz des Trierer Domdechanten, steht heute noch oberhalb des Dorfes mitten in den Weinbergen. Er gehört zu den Bischöflichen Weingütern Trier und von hier aus kümmert sich Verwalter Klaus Backes um die Weinlagen an der Ruwer. Eigentlich ist der Riesling typisch für die Ruwer. Seit einigen Jahren experimentiert Klaus Backes mit einer neuen Rebsorte: dem roten Frühburgunder. Der gelingt ihm so gut, dass er einen ganz besonderen Kunden beliefern darf: den Trierer Bischof Stephan Ackermann. Da der von der Ahr stammt und die dortigen Spitzen-Rotweine kennt, will das schon etwas heißen. Früher wurden auf dem Duisburger Hof auch Pferde und Schweine gehalten. Das ist lange vorbei. Die ehemaligen Stallungen haben heute anderen Verwendungszweck. In den Räumen befindet sich ein Teil des Bischöflichen Archivs mit einer Restaurierungswerkstatt. Der gelernte Buchbinder Peter Runkel konserviert hier uralte Urkunden und Siegel.
Ein anderes, ehemals klösterliches Weingut hat Eitelsbach in der ganzen Welt bekannt gemacht: der Karthäuserhof. Einst wurde das Weingut von Mönchen des Karthäuser-Ordens betrieben. Nach der Säkularisierung übernahm 1811 die heutige Familie Tyrell den Hof. Christoph Tyrell vertritt die sechste Generation und hat den Karthäuserhof an die Spitze gebracht. 2005 wurde er vom „Gault Millau“ zum „Winzer des Jahres“ gekürt. Seine Ruwer-Rieslinge gelten bei Kennern als etwas ganz Besonderes. Der alte Ortskern von Eitelsbach rund um die Kapelle zu den vierzehn Nothelfern ist bis heute ein gemütliches Dorf geblieben. Die Anwohner um den Architekten Stefan Becker haben den alten Dorfbrunnen wieder hergerichtet. Nach der Arbeit trifft man sich auf der Terrasse der Eitelsbacher Weinstube und genießt den Ruwer-Wein.

Eitelsbach
Am Augustinerhof
54290 Trier
Tel: 0651/718-0
Fax: 0651/718-1138
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 274 (Stand: September 2009) |
| Gemeindeart: | altes Winzerdorf, ringsum umgeben von Weinbergen |
| Geschichte: | 1238 erstmals mit dem Namen „Isolsbach“ als Besitz der Trierer Bischöfe verzeichnet, seit 1969 zusammen mit Ruwer als Stadtteil Ruwer-Eitelsbach nach Trier eingemeindet |
| Tourismus: | mehrere Weinstuben und Weingüter, in denen man die Ruwer-Weine probieren kann, der Ausonius-Wanderweg von Bingen nach Trier führt auf den Spuren des römischen Dichters durch Eitelsbach |
| Vereine: | Musikverein 1920 Ruwer-Eitelsbach, viele Eitelsbacher haben sich Vereinen im benachbarten Ruwer angeschlossen |
Letzte Änderung am: 15.09.2009, 09.11 Uhr