Ein Ortsporträt von Thomas Theisen

Am äußeren Rand des Landkreises Neuwied liegt Oberdreis. Die 1.000-Seelen-Gemeinde im Westerwald besteht aus den vier Ortsteilen Oberdreis, Lautzert, Dendert und Tonzeche, wobei nicht nur das Ortsschild des letztgenannten auf eines der prägenden Merkmale von Oberdreis hinweist. Bis in die 60er-Jahre hinein bestimmten Tongrube und Schamottewerk das Leben der Menschen hier. Heute ist die traditionell betriebene Töpferei Schmidt im Ortsteil Oberdreis ein Überbleibsel aus den goldenen Zeiten des weißen Tons. Einzigartig auch die Maltechnik, mit der Hans-Werner Schmidt seine Produkte per Hand verziert.

Die wunderschön erhaltene Ölmühle bildet ein Zeitzeugnis ist auch, die ebenso wie die Walzenmühle in Dendert vom Dreisbach gespeist wird. Im ehemaligen Pfarrhaus, das heute unter Denkmalschutz steht, wurde Paul Deussen, der berühmteste Sohn des Ortes, geboren. Sein Grab erinnert an den Schriftsteller, Philosophen und Nietzsche-Freund erinnert. Den Text dieser Tafel entwarf der im Ortsteil Lautzert wohnhafte Schriftsteller Heiner Feldhoff, der sich sehr für die Anerkennung Deussens einsetzt.

Schon zu Deussens Lebzeiten war der Beilstein ein beliebtes Wanderziel. Der Findling mitten im Buchenwald zwischen Oberdreis und Lautzert gelegen, wird seit jeher gerne erklommen, z. B. von den Pfadfindern des VCP-"Stammes Reichenstein". Nicht nur am Bürgerhaus in Lautzert hängt das Ortswappen von Oberdreis, das die Bildhauerin Franziska Michel-Feehs künstlerisch gestaltet hat. Es ist an verschiedenen Stellen der Gemeinde zu bewundern - und zwar in allen vier Teilen des Ortes Oberdreis.
Oberdreis
Im Rehgarten 4
57639 Oberdreis
Tel. (02684) 978124
Fax. (02684) 978125
Letzte Änderung am: 16.04.2003, 00.00 Uhr