Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels

Atemberaubende Felsformationen und Schluchten prägen die Landschaft rund um das Felsendorf Ernzen. Fasziniert sind die Besucher vor allem von der Teufelsschlucht. 30 Meter hoch türmen sich Felswände und lassen nur einen schmalen Durchgang. Im Besucherzentrum erhält man Informationen über Geologie und Natur der Felsenlandschaft rund um Ernzen. Zusammen mit dem Nachbarort liegt Ernzen auf dem Ferschweiler Plateau, das schon seit der Steinzeit besiedelt ist.

Erstmals erwähnt wurde Ernzen 895 als Besitz der benachbarten Abtei Echternach, die heute zum Großherzogtum Luxemburg gehört. Am Rande des Plateaus liegt die Liboriuskapelle - beliebtes Ziel für Wanderer, denen sich ein weiter Blick hinunter nach Echternach bietet. Der Ernzer Hof, einst das Klostergut der Abtei, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel mit Gehegen für Damwild und Ziegen. die Spezialität des Hauses ist weit über Ernzen hinaus bekannt: Schinkenbrot aus der eigenen Räucherkammer.

Stolz sind die Ernzener auch auf ihr Wahrzeichen: eine römische Tempelanlage. Der Tempel schmückt das Ortswappen. Die Wanderer bestaunen vor allem den Felsenweiher, im 19. Jahrhundert von Pfarrer Philipp Meyer zur Karpfenzucht und als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme angelegt. Heute kümmert sich die Gemeinde um die Erhaltung der Anlage.
Ernzen war jahrhundertelang ein Dorf der Kleinbauern. Auch das Handwerk hatte einen Stellenwert: Stellmacher, Leineweber, Schneider, Maler gab es einmal. Übrig geblieben ist die Kunstschmiede Baden, heute in der vierten Generation betrieben. Ernzen ist auch bei Jugendgruppen im ganzen Land bekannt. Sie kommen jedes Jahr ins Waldjugendlager, und wohnen in Holzhütten mitten in der Felsenlandschaft.
Ernzen
Auf Omesen 2
54666 Irrel
Tel.: 06525/79-0
Fax: 06525/7944
Letzte Änderung am: 21.04.2004, 00.00 Uhr