Ein Ortsporträt von Lutz Näkel

Wenige Kilometer nördlich von Neuwied liegt Leutesdorf. In der Rheingemeinde dreht sich seit mehr als 1.500 Jahren alles um den Wein. 14 Vollerwerbswinzer halten heute die Tradition aufrecht, der Leutesdorfer Riesling gehört zu den Spitzenweinen des Rheinlandes.

Aber einfach ist der Weinbau in den Steillagen nicht, und so ist mancher "Wingert" in den letzten Jahren aufgegeben worden. In den entstandenen Brachen wuchert undurchdringliches Dickicht, das den Winzern ein Dorn im Auge ist. Es entzieht dem Boden alle Nährstoffe, und Wildschweine fühlen sich dort zu Hause, die nachts die Weingärten verwüsten. Abhilfe schafft die Arbeitsgemeinschaft "Kulturlandschaft", eine Gruppe von 15 Rentnern, die unentgeltlich die Brachen beseitigt und Obstgärten anpflanzt. Auch ein Kuriosum gibt es in den Leutesdorfer Weinbergen zu bestaunen: das kleinste Weingut der Welt. Es besteht aus einem Rebstock und gehört der Stadt Andernach.

Die Leutesdorfer Weinfront glänzt mit vielen historischen Bauten, manche aus dem Barock, manche noch älter. Aus dem Mittelalter stammt die so genannte Marienburg, die heute von der Malerin Gisela Schreyögg bewohnt wird. Und nicht von ihr alleine, denn in der Burg treibt das Gespenst eines Ritters sein Unwesen.
Leutesdorf
Marktstr. 1
53557 Bad Hönningen
Tel.: 02635/72-0
Fax: 02635/7248
Letzte Änderung am: 16.04.2004, 00.00 Uhr