Ein Ortsporträt von Lutz Näkel

Die letzten Tante-Emma-Läden verschwinden, Sparkassenfilialen gibt es schon lange nicht mehr und kulturell ist "tote Hose" - so sieht es hierzulande in den kleinen Gemeinden oft aus. Nicht so in Oberelbert: Die 1.000-Einwohner-Gemeinde nahe Montabaur im Westerwald hat etwas gegen den Zerfall der Infrastruktur getan: Neben der Dorfgemeinschaftshalle ist ein neues Gemeindezentrum mit Lebensmittelladen, Bankbüro und einem Restaurant entstanden. Und der Vereinsring holte die Kleinkunst nach Oberelbert: Die Westerwälder Kabarettnacht füllt seit Jahren die Stelzenbachhalle. Für die Kleinen wird regelmäßig Kindertheater geboten.

Eine kleine, aber feine Sehenswürdigkeit Oberelberts ist das Museum von Franziskus Stahlhofen. Er hat alte landwirtschaftliche Geräte gesammelt und restauriert. Von der Milchzentrifuge bis zum Hufeisen für Kühe hat Stahlhofen viele erstaunliche Dinge des bäuerlichen Lebens vor der Schrottpresse bewahrt.

Dazu liegt der Ort in einer wunderschönen Umgebung - offensichtlich gibt es keinen Grund, Oberelbert den Rücken zu kehren. Christoph Balmert hat es trotzdem getan. Vor gut drei Jahren kündigte er seinen Job als Versicherungsvertreter, setzte sich auf sein Fahrrad und radelte immer gen Osten - wohin genau, wusste er nicht. Erst zwei Jahre später kam er wieder in Oberelbert an und hatte die ganze Welt umrundet. Vier Kontinente und 40.000 km auf dem Drahtesel haben ihn verändert, sagt er. Zufriedener sei er geworden durch das Leben bei Menschen, die mit minimalem Einkommen glücklich sind.

Oberelbert
Konrad-Adenauer-Platz 8
56410 Montabaur
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Letzte Änderung am: 05.09.2003, 00.00 Uhr