Ein Ortsporträt von Thomas Keck

Manche Orte kennt man einfach - nicht etwa, weil man schon mal da gewesen wäre, sondern weil nach diesen Orten Autobahnabfahrten benannt sind. Waldlaubersheim ist so ein Ort. Wer auf der A61 aus südlicher Richtung kommend über das Nahetal-Dreieck fährt, passiert nach wenigen Kilometern die Abfahrt Waldlaubersheim.
Die Autobahn führt mitten durch die Gemarkung des Dorfes und umschließt es in einer weiten Kurve. Seit Jahrzehnten versuchen die Bewohner, einen Lärmschutzwall zu bekommen. Ein Wunsch, den sie sich in nächster Zeit selbst erfüllen werden. Und zwar mit Erdaushub, der bei den Bauarbeiten im neu entstehenden Gewerbegebiet anfallen wird.

Die ökumenisch genutzte Martinskirche ist nicht nur das Gotteshaus der Gemeinde, sondern gleichzeitig eine Autobahnkirche - immerhin mit einer echten Stummorgel. Der kurze Abstecher nach Waldlaubersheim lohnt sich auch für Weinliebhaber. Der Weinbau hat den Ort von jeher geprägt. Angeblich ist Waldlaubersheim die zweitälteste weinbautreibende Gemeinde im Nahetal. Auch heute noch bieten einige Winzer ihre Produkte hier an.

Zwei sehenswerte, denkmalgeschützte Häuser hat der Ort zu bieten. Da ist zum einen das "Schloss". Eigentlich handelt es sich um ein adliges Amtshaus aus dem 16. Jahrhundert. Das zweite Gebäude ist zwar jüngeren Datums, doch ebenso stattlich. Es ist der einstige Sitz der Orgelbaufirma Schlaadt. Gleich nebenan liegt heute eine Straußwirtschaft. Hier kann man den Waldlaubersheimer Wein probieren. Dann sollte man allerdings nicht mehr auf die Autobahn zurückfahren.
Waldlaubersheim
Warmsrother Grund 2
55442 Stromberg
Tel.: 06724/9333-0
Fax: 06724/9333-40
Letzte Änderung am: 14.08.2003, 00.00 Uhr