Ein Ortsporträt von Petra Martin

Wer auf den Dorfplatz nach Thür kommt, staunt nicht schlecht über eine Skulptur, die dem Besucher ihren nackten Hintern entgegenstreckt. Denn "Thürer Somp Orsch", hochdeutsch Sumpfarsch, werden die Bewohner des Eifelorts in der Nähe von Mayen genannt. Das liegt an den ausgedehnten Sumpfflächen am Ortsrand, die heute unter Naturschutz stehen.
Auch der Name des Dorfes hat etwas mit dem Sumpf zu tun: Zur Zeit der Kelten hieß Thür "tur" und "tur" bedeutet Wasser oder eben Sumpf.
Das Land rund um Thür ist nicht nur feucht, sondern auch fruchtbar. Im Ort gibt es noch sechzehn landwirtschaftliche Betriebe. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, haben einige den Weg der Direktvermarktung beschritten, wie das Ehepaar Brohl, das auf seinem Hof den fehlenden Dorfladen ersetzt.

Wer nicht in der Landwirtschaft arbeitet, hat es in Thür leicht, zu seinem Arbeitsplatz zu kommen - 28 Mal am Tag hält hier der Regionalzug. Damit auch Mütter berufstätig sein können, bieten die Erzieherinnen des Thürer Kindergartens Ganztagsbetreuung an. Nur drei Wochen im Jahr bleibt er geschlossen. Für ihre Verpflegung sorgen die Kinder beim gemeinsamen Kochen selbst.

Ein Kleinod in Thür ist sicher die einsam gelegene "Fraukirch". Der Sage nach hat an dieser Stelle die schöne Pfalzgräfin Genoveva mit ihrem Sohn lange Jahre in der Wildnis gelebt, weil sie den Nachstellungen des lüsterne Ritters Golo nicht nachgeben wollte. Der abgewiesene Ritter überzeugte Genovevas Gemahl mit einer List von ihrer angeblichen Untreue. Sie sollte getötet werden, doch treu ergebene Diener schenkten ihr das Leben und versteckten sie in der Wildnis.
Thür
Marktplatz 3
56743 Mendig
Tel.: 02652/9800-0
Fax: 02652/980019
Letzte Änderung am: 17.07.2009, 13.33 Uhr