Ein Ortsporträt von Gudrun Fünter

Hängt man Fichten-, Weiden- oder Birkenäste nebeneinander auf und schlägt sie wie eine Glocke an, dann wird der unterschiedliche Ton der Hölzer hörbar. Buche klingt anders als Birke. Fichte höher als Eiche. Der 18-jährige Matthias Grohs aus Selbach hat ein so genanntes "Holzklanginstrument" gebaut und am Rand eines Bachlehrpfades aufgestellt, seines Bachlehrpfades. Dafür wurde der Bachpate des Selbachs im letzten Jahr mit dem zweiten Preis im Landeswettbewerb "kinder- und jugendfreundliche Dorferneueung" ausgezeichnet. Denn sein Pfad ist nicht nur lehrreich. Er macht auch Spaß und spricht in besonderem Maß Kinder an. Am "Holzklanginstrument" oder am "Barfußpfad" können sie die Natur mit allen Sinnen erfassen, sie hören, riechen oder fühlen. Ein Engagement zum Wohl der Allgemeinheit: Das 830 Einwohner-Dorf im Tal des Selbachs ist um einen Facette reicher und schöner geworden.

Geprägt wird es auch durch eine gemeinschaftlich organisierte Holzwirtschaft. Im
19. Jahrhundert wurden die damaligen Selbacher Hausbesitzer Eigentümer von 140 Hektar Wald. Der Besitz wird in den Familien vererbt und bis heute in Anspruch ge-nommen. In mehreren Haubergsgenossen- und Waldinteressentenschaften werden zum Beispiel Fichtenbestände gepflegt und vermarktet. Im Winter schlagen die Männer das eigene Brennholz. Das Kreischen der Motorsägen meist samstags auf den Höhen über Selbach ist hierzuland ein so vertrautes Geräusch, dass man im Dorf schon vom "Selbacher Lied" spricht.
Selbach
Rathausstraße 75
57537 Wissen
Tel: 02742/939-0
Fax: 02742/939200
Letzte Änderung am: 24.03.2003, 00.00 Uhr