Ein Ortsporträt von Isa Kilwink

Eigentlich ist Kinheim kein besonderes Moseldörfchen und doch finden sich im Ort viele "Spezialitäten". Die erste ist, dass der Name "Kinheim" nur die halbe Wahrheit birgt, denn schon immer gab es zwei Ortsteile: Kinheim auf der linken und Kindel auf der rechten Moselseite. Und eigentlich müsste der Ort auch so heißen, "Kinheim-Kindel", meinen die Kindeler. Umso mehr, als immerhin die einzige gemeindeeigene Brücke weit und breit die beiden

Früher wohnten in Kinheim die Winzer und in Kindel die Handwerker, heißt es. Heute gibt es von beiden Gruppen immer weniger, wie in vielen anderen kleinen Orten. 185 Hektar Rebflächen besaß der Ort einmal, jetzt sind es noch etwa 110. Die Tendenz: abnehmend. Die dramatisch gefallenen Fassweinpreise fordern auch hier ihren Tribut. Wer in Kinheim-Kindel auf die Zukunft baut, findet spezielle Lücken. Wie Ökowinzer Rudolf Trossen, der mit "Kristdyn", einem "Lebenskräfte spendenden Elixier" aus Traubensäften und Traubenkernöl - speziell wohltuend für Frauen über 40 - in die Vermarktung ging. Der Ex-Winzer und Maler Heinz Ames verarbeitet seine "Übermengen" auf ganz eigenwillige Art: Er aquarelliert mit Wein. Seine "Vinorelle" sind inzwischen über die Region hinaus bekannt und zieren unter dem Motto "Ars Vitis" eine Schmuckflaschen-Reihe der Mosellandkellerei.

Auch die Brüder Kurt und Hubert Müllers haben in ihrem Schreinereibetrieb "Die Werkstatt" ganz eindeutige Zeichen gesetzt. Mit ihren individuell gefertigten (Haus-)Türen sind sie richtig gut im Geschäft. Der Großvater hat als Schreiner im Ort noch alles gefertigt, vom Sarg bis zur Wiege. Und noch ein "Hand"-Werker: Auch Konditor Jürgen Hünnekens schafft es, seinen Betrieb in Kinheim zu halten. Mit Qualität, Anspruch - und viel Spaß am Konditorhandwerk! Auch er hat einige Rezepte vom Vater übernommen. Heute reisen seine Kunden aus Bernkastel oder Trier an, um Torten zu erstehen. Fast berühmt ist Hünnekens für seine hausgemachten Trüffel. Unter "Berühmtheiten" ist auch nicht zuletzt der keltische Weingott Sucellus zu verbuchen. 1976 wurde seine Statue in den Weinbergen oberhalb von Kindel gefunden. Seitdem ist klar: Schon die Kelten wussten die Kinheimer Lage zu schätzen.
Kinheim
Robert-Schuman-Str. 65
54536 Kröv
Tel. (06541) 706-0
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Letzte Änderung am: 19.03.2003, 00.00 Uhr