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Thomm

Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels

Ein Brunnen, auf dem die Geschichte des Dorfes dargestellt ist - das ist das neue Wahrzeichen von Thomm. Von den Kelten über den Schiefer-Bergbau bis zur Landwirtschaft reichen die Wurzeln des 1100-Einwohner-Dorfes, das sich auf einem Höhenrücken des Hochwaldes erstreckt. Der Name Thomm geht auf das römische Wort "tumba" zurück, das Grabhügel bedeutet. Am Rande des Dorfes liegen ein keltisches Fürstengrab und ein Menhir (Hinkelstein).


Besucher staunen über die moderne Kirche, die im Innern wie ein "Zelt Gottes" wirkt. Der Bau, 1965 geweiht, besteht ganz aus Schiefer: aus Bruchsteinen errichtet, mit Schieferziegel gedeckt und sogar die Schmuckreliefs aus Schieferstein gehauen. Die Kirche erinnert an die jahrhundertelange Bergbau-Tradition von Thomm. Der Berg, auf dem Thomm liegt, ist unterhöhlt mit Stollen und Gängen, aus denen die Bergleute das wertvolle Baumaterial herausschlugen. 1962 wurde der Schieferabbau als nicht mehr lohnend aufgegeben. Die schiefergedeckte Bergarbeiter-Siedlung und ein nachgebauter Stolleneingang am Dorfrand erinnern noch an diese Zeit.


Typisch für Thomm ist der "Viez", ein Apfelwein, der im Trierer Land einst als Arme-Leute-Getränk galt. "Viez" kommt von Vize, also dem Stellvertreter des Weins, den sich nur die Bessergestellten leisten konnten. Aber auch heute wollen die Thommer auf das herbe Getränk nicht verzichten. Die Kelterei Gorges verarbeitet Früchte von den Streuobstwiesen der Region und schenkt das erfrischende Getränk auch gleich in dem traditionellen weißen Steingut-Krug, dem "Porz", aus. Ein Stein auf dem Thommer Brunnen bleibt ohne Bild oder Inschrift: Er soll auf die Zukunft des Dorfes hinweisen. Am Ortsrand entsteht zur Zeit ein Neubaugebiet, Thomm ist eine wachsende Gemeinde. Es soll die Aufgabe der kommenden Generation sein, den leeren Stein des Brunnens zu beschriften.



Thomm


Verbandsgemeinde Ruwer

Rheinstraße 44
54292 Trier
Tel: 0651/551-0
Fax: 0651/55159

www.thomm-online.de

Daten & Fakten
Einwohnerzahl:1097 (Stand: 2005)
Gemeindeart:Wohngemeinde mit bergbaulicher und landwirtschaftlicher Tradition
Geschichte:Gebiet schon im 5. Jh. v. Chr. besiedelt (keltisches Fürstengrab und Hinkelstein), erstmals 1220 in einer Urkunde des Bistums Trier erwähnt, von 1650 bis 1962 Schiefer-Bergbau
Tourismus:Grubenwanderweg auf den Spuren des Schieferbergbaus
Vereine:Sportverein "Glück Auf", Bergmannskapelle "Glück Auf", Freiwillige Feuerwehr, Heimat- und Verkehrsverein, Kirchenchor

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