Ein Ortsporträt von Hermann Götz

Engehöll klingt nicht unbedingt himmlisch und nach grenzenloser Weite. Aber keine Angst: Hier leben nicht nur Teufel, mit Hölle hat der Name des Dorfes nichts zu tun. Er dürfte aus dem Keltischen stammen und etwa bedeuten: Ein Dorf, das unten am Bergrücken liegt.

Eng allerdings ist das Tal, in dem Engehöll liegt. Ein Seitental des Rheintales. Eigentlich müsse man von zwei Tälern sprechen. Denn zu Engehöll gehört verwaltungsmäßig noch der Ortsteil Weiler-Boppard. Man siedelte hier in den Tälern, um vor den Witterungseinflüssen geschützt zu sein. Doch 2005 kam es doch zu einer Naturkatastrophe, wie man sie zuvor noch nicht erlebt hatte. Innerhalb von Minuten vernichtete Hagel fast die gesamte Weinernte.

Wein ist wichtiger Wirtschaftsfaktor im Stadtteil von Oberwesel, der noch dörflich strukturiert ist. Etwa 250 Menschen leben in Engehöll, ca. 50 in Weiler-Boppard. Der Wein ist wichtig für den Tourismus, der Ernteverlust eine Katastrophe. Zum Glück haben die Engehöller meist noch weitere Erwerbsquellen, sei es die Gastronomie oder die Hotellerie. Viele befassen sich auch nur noch im Nebenerwerb mit Wein und Nebenprodukten wie Sekt und Trester zum Beispiel.
Engehöll
Rathausstraße 6
55430 Oberwesel
Tel: 06744/911-0
Fax: 06744/91115
Letzte Änderung am: 10.11.2005, 00.00 Uhr