Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels

"Bet und arbeit" - dieses Motto bestimmt das Leben in Niederprüm in der Eifel seit mehr als acht Jahrhunderten. Der Ort entstand an den Mauern eines Klosters, das die Benediktiner 1190 für adelige Nonnen gründeten. Das Kloster wurde 1802 unter Napoleon aufgehoben, aber seit 1920 wirkt der Orden der Vinzentiner in den Klostergebäuden. Vier Patres und ein Bruder kümmern sich dort vor allem um die Vinzenz-von-Paul-Schule, in der rund 150 Kinder aus der Umgebung die Mittlere Reife erwerben. Niederprüm war bis 1969 eine selbstständige Gemeinde. Heute ist es ein Stadtteil der Stadt Prüm, die 628 Einwohner haben sich aber eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber den "Städtern" bewahrt. Für Prüm und die umliegenden Gemeinden ist Niederprüm vor allem deshalb wichtig, weil sich an der Haupt-straße zahlreiche Baumärkte, Autohäuser und Landmaschinenhandel angesiedelt haben.

An ein Gewerbe erinnern noch die Klinkerhäuser einer Arbeitersiedlung. Bis 1974 bestand mitten im Ort eine Ziegelei, die die ganze Eifel mit Klinkersteinen versorgte. Aber weil die Energie immer teurer wurde und sich schließlich Beton und Bims als Baustoffe durchsetzten, musste die Produktion eingestellt werden. Der ehemalige Werksleiter Willi Timons kümmert sich heute um die alte Tongrube. Sie ist längst zu einem wertvollen Biotop mit seltenen Tieren und Pflanzen geworden.

"Arbeiten" wird im Schatten der Klostermauern noch immer groß geschrieben. Zum Beispiel bei den Gebrüdern Hubert und Alfred Kruft und ihrer Werkstatt für künstlerische Metallgestaltung. Im Brunnen- und Skulpturenpark sind ihre Erzeugnisse zu bewundern. Auf das Restaurieren alter Eifeler Möbel hat sich Kunstschreiner Klaus Wangen spezialisiert. Von den alten Formen hat er sich zu Entwürfen für moderne Möbel anregen lassen. Er liefert Tische nach Maß, die bestens in klassisch wie modern eingerichtete Wohnungen passen.
Niederprüm
Tiergartenstraße 54
54595 Prüm
Tel: 06551/943-0
Fax: 06551/943133
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 628 (Stand: Dezember 2004) |
| Gemeindeart: | Stadtteil von Prüm vor allem mit Wohn- und Einkaufsfunktion |
| Geschichte: | 762 erstmals erwähnt als Schenkung des Königs Pippin. 1190 Gründung des Benediktinerinnenklosters durch die Abtei Prüm. 1802 Aufhebung des Klosters durch Napoleon. 1920 Übernahme des Klosters durch den Vinzentiner-Orden und später Grünung der Vinzenz-von-Paul-Schule. 1969 Eingemeindung als Stadtteil in die Stadt Prüm. |
| Tourismus: | Brunnen- und Skulpturenpark |
| Vereine: | Freiwillige Feuerwehr Löschzug Niederprüm, Karnevalsverein Niederprüm, Verband Altertümlicher Landmaschinen Hocheifel |
Letzte Änderung am: 18.08.2005, 00.00 Uhr