Ein Ortsporträt von Lutz Näkel

Die Invasion begann vor 25 Jahren: Damals zogen die ersten Neubürger aus Nordrhein-Westfalen in das kleine Dorf Ratzert bei Altenkirchen im Westerwald. Von da an riss der Strom der "Einwanderer" nicht mehr ab. Die Menschen, die aus Düsseldorf, Essen oder Köln nach Ratzert kamen, begeisterten wiederum Freunde und Verwandte, auch dorthin zu ziehen.

Die "alteingesessenen" Ratzerter sehen die Sache positiv: Heruntergekommene Fachwerkhäuser wurden liebevoll restauriert und "die Neuen" haben sich gut in die Dorfgemeinschaft integriert. Gemeinsam haben sie in den letzten Jahren den Ort auf Vordermann gebracht und ein Dorfgemeinschaftshaus gebaut, um das sie manch größere Gemeinde beneidet. Alle Arbeiten erledigten die Ratzerter selbst, denn Geld hat die Gemeinde kaum: Es gibt kein Gewerbe, und der Wald, von dem der Ort früher lebte, ist heute Zuschussgeschäft.

Auch Landwirtschaft gibt´s keine mehr in Ratzert, aber eine private Pferdezucht: Hubert Hammes, auch ein "Neubürger", züchtet Fjordpferde, eine norwegische Rasse, die "pflegeleicht" ist und wenig Futter braucht. Sein Hengst "Irwin" ist inzwischen richtig begehrt. Pro Deckeinsatz verdient Hammes vierstellige Beträge.
Ratzert
Hauptstraße 13
56305 Puderbach
Tel: 02684/858-0
Fax: 02684/85819
Letzte Änderung am: 11.08.2005, 00.00 Uhr
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