Ein Ortsporträt von Petra Martin

Selbst Hand anlegen, dass sind die Menschen im 170-Einwohner-Dorf Wirft gewohnt: Fast alle öffentlichen Einrichtungen in dem Hocheifel-Ort sind durch das Engagement der Bürger entstanden. Die alte Schule prangt in neuem Glanz, der Kinderspielplatz kann sich wieder sehen lassen, in der selbst gebauten Schutzhütte wird gern gefeiert.

Es sind die Männer von der Freizeitmannschaft des Gasthauses Weber, die sich für ihr Dorf so eifrig ins Zeug legen. Die Bezeichnung "Freizeitmannschaft" ist allerdings etwas irreführend - Fußball spielen die alten Herren längst nicht mehr. Zurzeit haben die Männer gleich zwei Projekte in Arbeit: Der verwilderte Friedhof muss in Ordnung gebracht werden und das Wasserwerk aus dem Jahr 1925 wartet auf eine gründliche Renovierung.

Eine Besonderheit Wirfts sind seine Gotteshäuser - die kleine katholische Gemeinde hat gleich zwei. Ein Schmuckstück aus dem Jahr 1214 steht zwar auf dem Gelände der Gemeinde Kirmutscheid, gehört aber zu Wirft. Eine neuere Kapelle aus dem Jahr 1964 findet sich im Ortskern des Dorfes. Deren äußere Erscheinung wäre auch ein Fall für die Männer von der Freizeitmannschaft, denn an ihrer Außenhaut nagt deutlich sichtbar der Zahn der Zeit. Am Betonturm der Donatus-Kapelle scheiden sich die Geister: Die Wirfter hätten ihren Kirchturm gern verschiefert, die Architekten des Bistums Trier beharren auf der Betonoptik. Daher verweigern die Wirfter Geld und Arbeit an "ihrer" Kapelle, obwohl sie sich kräftig über deren Erscheinungsbild ärgern. Eine Einigung scheint vorerst nicht in Sicht.
Wirft
Kirchstraße 15
53518 Adenau
Tel: 02691/305-0
Fax: 02691/30518
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 170 (Stand: 2004) |
| Gemeindeart: | Wohngemeinde, ehemals landwirtschaftlich geprägt |
| Geschichte: | erste urkundliche Ewähnung 1254 |
| Tourismus: | Mühlenwanderweg, Gasthaus Weber |
Letzte Änderung am: 24.06.2005, 00.00 Uhr