Ein Ortsporträt von Thomas Keck

St. Germanshof ist eigentlich nur ein kleiner Ortsteil von Bobenthal. Die wenigen Häuser liegen ein paar Kilometer entfernt vom Dorf, direkt an der französischen Grenze. Ein Hotel, ein alter Klosterhof, ein Sägewerk, ein Forsthaus und ein paar ehemalige Zollhäuser gehören dazu. Rund 40 Menschen leben hier abgeschieden inmitten der schönsten südpfälzischen Natur, besucht nur von einigen Wanderern und Touristen. Europas.

Doch so unscheinbar der Ort auch ist, einst war St. Germanshof in aller Munde - und zwar als Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich. Denn 1949 wurde St. Germanshof von Frankreich annektiert. Dem damaligen Bürgermeister von Bobenthal ist es zu verdanken, dass die St. Germanshofer ihre französische Staatsbürgerschaft nach ein paar Monaten wieder abgeben konnten.Europas.

Ein Jahr später, 1950, stand das Örtchen noch einmal im Blickpunkt der europäischen Öffentlichkeit, als rund 300 Europa-Begeisterte in einer deutsch-französischen Aktion die Zöllner überrumpelten, die Schlagbäume abrissen und am Zollübergang die europäische Flagge hissten. Für manche Zeitzeugen war dieses Ereignis die Geburtsstunde Europas.
St. Germanshof/Bobenthal
Schulstraße 29
66994 Dahn
Tel: 06391/406-0
Fax: 06391/1362
| Daten & Fakten | |
| Einwohner: | ca. 40 (Stand: 2005) |
| Gemeindeart: | Wohngemeinde |
| Geschichte: | Gründung im Jahr 1055 als Außenposten der Abtei Weißenburg, bis 1815 zur Gemeinde Weiler gehörend, nach dem Wiener Kongress zu Deutschland, seit 1826 Ortsteil der Gemeinde Bobenthal, 1949 vorübergehend von Frankreich anektiert, am 6.8.1950 Grenzaktion von europabegeisterten Studenten: Abriss der Schlagbäume, feierliche Proklamation |
| Tourismus: | Wandern, Hotel-Gaststätte Germanshof |
| Vereine: | Aktionsgemeinschaft Bobenthal-St. Germanshof |
Letzte Änderung am: 02.05.2005, 00.00 Uhr