Ein Ortsporträt von Gabi Keller

Hochspeyer, ein Dorf mit knapp 5000 Einwohnern, liegt nicht weit von Kaiserslautern entfernt: Dort wo sich die Straßen Richtung Vorderpfalz und die zur Südpfalz treffen. Vor 60 Jahren wurde dem Ort seine strategisch wichtige Lage zum Verhängnis. Wenige Tage vor Kriegsende ging ein regelrechter Bombenhagel auf das Dorf nieder. Die Menschen versteckten sich im Felsenkeller, einem unterirdischen Gang, der früher als Kühlraum einer Brauerei genutzt wurde. Ilse Hammel war damals 13 Jahre alt. Die Mundartdichterin kann sich noch gut an alles erinnern. Auch Franz Neumer ist ein Zeitzeuge. Er hat Dokumente gesammelt und das Kriegsgeschehen in seinem Heimatdorf aufgearbeitet. So kann er auch über das Schicksal der letzten Jüdin, die nach Südfrankreich deportiert wurde, berichten.

Manche Gebäude in Hochspeyer zeigen immer noch Spuren der Vergangenheit, zum Beispiel die alte Schule mit vielen Einschußlöchern. Dem restaurierten Bahnhof dagegen sieht man die frühere Zerstörung nicht mehr an. Vergangenheitsbewältigung ist eine wichtige Aufgabe für viele Hochspeyrer.

Die andere heißt: Verantwortung tragen für die Zukunft. Und weil Hochspeyer direkt am Pfälzer Wald liegt, ist der Wald auch regelmäßig Schauplatz pädagogischer Projekte. Unter der Leitung eines Försters lernen Schulkinder den Wald ganz praktisch kennen: beim Holzsammeln und Feuer machen oder bei der Biotoppflege. Nur wer heute behutsam mit der Natur umgeht, kann auch in Zukunft von ihr profitieren. Das sollen die Kinder lernen.
Hochspeyer
Hauptstraße 121
67691 Hochspeyer
Tel: 06305/71-0
Fax: 06305/71191
Letzte Änderung am: 29.04.2005, 00.00 Uhr