Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels

Es war einmal ein kleines Eifeldorf mit einem riesigen Schloss - fast wie in Versailles. Dreihundert Jahre ist das her. Das Schloss existiert noch, aber die einstigen Flügel der Anlage sind aufgesplittert in viele, kleine Wohnhäuser. Nur "Eingeweihnte" können das frühere Schloss von Oberkail noch erkennen. Einst legten die Grafen von Manderscheid-Kail den Grundstein zur Oberkailer Burg. Das Geschlecht ist ausgestorben, aber eine andere Adelsfamilie bestimmt die Geschicke Oberkails seit der Mitte des 19. Jahrhunderts: die Herzöge von Arenberg. Sie sind die größten privaten Waldbesitzer der Eifel und unterhalten in Oberkail eine Försterei, über all die Zeit der größte Arbeitgeber im Ort. Verarbeitet wird ein beträchtlicher Teil des Holzes auch gleich im Ort: beim Pfahl- und Imprägnierwerk Arnoldy. Hier entstehen Zaun- und Weinbergspfähle sowie Spielplatzgeräte.

Den Namen Oberkail im ganzen Land bekannt gemacht hat der Bildhauer Johann Baptist Lenz. Er wurde 1922 in Oberkail geboren. Seine Werke findet man überall in der Eifel, in Kirchen, an Kreuzwegen und auf Dorfplätzen. Auch den Arenberger Brunnen hat er gestaltet. Zur Zeit arbeitet er an seinem vermutlich letzten Werk: einer Station für den Kreuzweg zur Frohnert-Kapelle über dem Ort.

Wer dort hinaufgeht, sollte sich nicht über die exotischen Tiere auf den Weiden an der Kapelle wundern. Die Wasserbüffel des Frohnert-Hofes bringen ein Stück Exotik in die Eifel. Bauer Helmut Otten stellt aus der Büffelmilch Naturkosmetika her. Menschen mit empfindlicher Haut schwören darauf.
Oberkail
Marktplatz 8
54655 Kyllburg
Tel: 06563/59-0
Fax: 06563/59-220
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 698 (Stand: 2005) |
| Gemeindeart: | Frühere Burggemeinde, bis heute geprägt von Forst- und LandwirtschaftWanderwege im Tal des Kailbachs. Nicht weit: die Abtei Himmerod. |
| Tourismus: | Wanderwege im Tal des Kailbachs, Abtei Himmerod |
| Geschichte: | Bei Oberkail wurde die älteste steinzeitliche Siedlung in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Als "Keille" erstmals 1201 erwähnt. Ausbau der Burg durch die Grafen von Manderscheid-Kail. Anfang des 17. Jh. Umbau zum Schloß nach Versailler Vorbild durch Graf Karl Franz Ludwig. 1794 Aufhebung der Residenz durch die Franzosen und Privatisierung des adeligen Besitzes. 1836 kauft der Herzog von Arenberg die Wälder um Oberkail. Bis heute ist die Arenbergische Försterei der größte Arbeitgeber im Ort. |
| Vereine: | Kirchenchor, Musikverein, Tanzgruppe "Minnie Mouse", Sportverein, Wanderfreunde |
Letzte Änderung am: 14.03.2005, 00.00 Uhr