Ein Ortsporträt von Gudrun Fünter

Nordische Hunde, Huskies oder Alaskan Malamutes schreiben seit 22 Jahren Geschichte in Liebenscheid. Das Dorf im hohen Westerwald ist für seine Schlittenhunderennen weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Immer am ersten Wochenende im Februar sind an die 100 Schlittenhundeführer - so genannte Musher - mit ihren Tieren am Start. Tausende Zuschauer lassen sich das Spektakel nicht entgehen und halb Liebenscheid ist auf den Beinen, um bei der Organisation zu helfen.

Schon im Advent beginnen im Dorf die Vorbereitungen für das nächste Rennen - und natürlich auch für Weihnachen. In der evangelischen Kirche wird in jedem Jahr ein Krippenspiel inszeniert. An die 50 Kinder sind beteiligt. Schließlich sind hier die Gottesdienste immer gut besucht.
Erstaunlich nur, dass die Kirchgänger aus Liebenscheid und dem Ortsteil Weißenberg verschiedene Eingänge benutzen. Kaum einer aus Liebenscheid setzt einen Fuß durch den Weißenberger Eingang und umgekehrt. Pfarrer Eckhard Schmitt wunderte sich, als er vor 17 Jahren seinen Dienst in Liebenscheid antrat und bekam noch mehr zu hören: Einer seiner Vorgänger hatte bei klirrender Kälte die Weißenberger Tür verschlossen, um die Heizwärme im Gotteshaus besser zu halten. Daraufhin waren Kirchgänger aus Weißenberg wieder nach Hause gegangen. Schließlich war "ihr" Eingang verschlossen. Getrennte Eingänge tun dem Gemeindeleben allerdings keinen Abbruch.

Nicht nur zwei Kircheneingänge sind einzigartig im 980-Einwohner-Ort Liebenscheid. Hier gibt es ein unterirdisches Magnetfeld, das Kompassnadeln verrückt spielen lässt. Hier begrenzen drei Bundesländer ein "Dreiländereck" und nicht zuletzt liegt Liebenscheid am höchstgelegenen Verkehrsflughafen Deutschlands!
Liebenscheid
Hauptstr. 55
56477 Rennerod
Tel.: 02664/5067-0
Fax: 02664/506786
Letzte Änderung am: 19.11.2004, 00.00 Uhr