Ein Ortsporträt von Hermann Götz

Die Einwohner von Dellhofen könnten natürlich leicht auf andere herabsehen: Man lebt in 280 bis 340 Metern Höhe. Und damit viel höher als in Oberwesel, dem Städtchen am Mittelrhein, zu dem Dellhofen seit 1973 gehört. Mit dem Schicksal der einst freien Reichsstadt war Dellhofen früher oft verbunden - man könnte sagen: leider. Zum Beispiel im so genannten Weseler Krieg, in dem zum ersten Mal im Rheinland Kanonen und Pulver eingesetzt wurden. Oder im Dreißigjährigen Krieg. Und dem Pfälzischen Erbfolgekrieg.

Aber heute profitiert man sicher von der Verbindung mit Oberwesel: Vom Mittelrhein-Tourismus bekommt Dellhofen durchaus eine Scheibe ab. Im 500-Einwohner-Dorf gibt es fünf Gastwirtschaften, zahlreiche Privatunterkünfte, Gästehäuser und ein Hotel. Der Wein wächst in Steillagen, was dem Winzer oft Kopfzerbrechen, dem Weinfreund aber Freude macht. Erfreulich auch, dass bekannte Köche und Winzer in Dellhofen zu Hause sind.

Zu Hause waren in Dellhofen die Menschen wahrscheinlich schon sehr früh. Aus der Römerzeit ist auch eine Hinterlassenschaft gefunden worden: ein Weihestein. Der war Mercur und Maiia gewidmet, den Göttern für Handel und Wachstum. Steine hat man hier später verarbeitet. Sie wurden in Dellhofen gebrannt und zeigen sich noch in einigen Häusern. Auch Schiefer wurde abgebaut. Heute beschäftigt sich der größte Betrieb im Dorf ebenfalls mit Steinen: Es gibt eine Firma, die sich um Felsabstützungen und Hangsanierungen kümmert und Brücken, Bahnsteiganlagen ebenso wie Flussmauern erstellt.
Dellhofen
Rathausstr. 6
55430 Oberwesel
Tel.: 06744/911-0
Fax: 06744/91115
Letzte Änderung am: 16.09.2004, 00.00 Uhr